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Dienstag, 23. Oktober 2007

Stiftungsrat: Findungskommission zurückgetreten

Der Stiftungsrat ist der "Aufsichtsrat" der Universität, neben dem Senat also das höchste Gremium. Unter anderem ernennt/überwacht/entlässt er das Präsidium und wirkt bei
Grundsatzentscheidungen mit (wie z.B. über das mögliche Libeskind-Audimax). Der bisherige Stiftungsrat, dem Dr. Spoun ganz vor allem seine Ernennung zum Präsdidenten verdankt, ist seit dem 1.1.2007 nur noch kommissarisch im Amt. Er kann daher seine Aufgaben nur bedingt wahrnehmen.

Zur Findung eines neuen Rates hatte der Senat als höchstes Gremium der Universität eine Findungskommision eingesetzt, wie es auch die Grundordnung der Universität vorsieht. Diese Kommission hat eine Liste von potentiellen Mitgliedern zusammengestellt, die dann von Senat und Ministerium im Einvernehmen berufen werden sollte. Leider hat es im Laufe des Verfahrens Probleme gegeben, die nach Ansicht der Mitglieder der Findungskommission einen erfolgreichen Abschluss des Verfahrens nicht mehr ermöglichen. Neben Differenzen mit dem Präsidenten über das zu wählende Vorgehen hat das Ministerium Vorschläge unbegründet abgelehnt.

Laut Landeszeitung existiert ein Papier, das starke Vorwürfe gegen Ministerum und Präsidium erhebt. Das Ministerium scheint geeignete Kandidaten aus politischen (!) Gründen abzulehnen. Hierbei geht es nicht um irgendwelche Altkommunisten, sondern um Persönlichkeiten, die nicht das passende Parteibuch besitzen oder ansonsten mit den Ansichten einer CDU-Landesregierung über Kreuz liegen. Gleichzeitig wirft die Kommission dem Präsidium, also letztlich Sascha Spoun, vor, das ganze Verfahren zu verschleppen. Über seine Beweggründe kann man nur mutmaßen. Der bisherige Stiftungsrat unterstütze die Neuausrichtung in jeder Hinsicht und steht hinter Spoun und Keller bis hin zum Audimax. Es dürfte also im Interesse des Präsidiums sein, dass dieser alte Stiftungsrat möglichst lange im Amt bleibt und nicht gegen einen vom Senat gewählten und möglicherweise kritischeren ersetzt wird.

Nach jüngsten Geschehnissen hat die Vorsitzende der Findungskommision, Frau Prof. Stoltenberg, ihren Rücktritt als Vorsitzende und Mitglied der Findungskommision erklärt, da sie keine Möglichkeit mehr sieht, dem Auftrag der Uni gerecht zu werden. Die restliche Kommision hat sich dieser Einschätzung mehrheitlich angeschlossen und ist komplett zurückgetreten.

Damit ist das Mandat an den Senat zurückgegeben worden, es wird abzuwarten sein, was nun passiert. Ein Blick auf Paragraph 60 des Niedersächsischen Hochschulgesetzes NHG
zeigt allerdings eine unangenehme Möglichkeit auf: Es wäre denkbar, dass das Ministerium das Verfahren nun in die Hand nimmt. Das wäre natürlich eine massive Einmischung in die Autonomie der Universität Lüneburg. Immerhin ist das bisherige Verfahren, das die Findungskommission vorschreibt und damit der Uni Lüneburg Leuphana mehr Mitsprache zugesteht, in der Grundordnung (also der "Verfassung") der Uni festgelegt, und diese Grundordnung ist vom Ministerium genehmigt. Mehr Informationen werdet ihr am Mittwoch auf der Vollversammlung der Studierendenschaft (24.10.07, 14 Uhr, Hörsal 2) erhalten.

Infos zum Gremium Stiftungsrat finden sich in der letzten Ausgabe der "AStA 2.0" auf Seite 6, Hintergründe zum Findungsverfahren unter www.asta-lueneburg.de/stiftungsrat . Die beiden studentischen Mitglieder der FiKo, Nadine Hanemann und Caspar Heybl, sind unter fiko@asta-lueneburg.de zu erreichen.

(übernommen aus einer Rundmail der studentischen Vertreter in der Findungskommission und von uns leicht überarbeitet/ergänzt)

Dienstag, 2. Oktober 2007

Megalomania

Leute, seien wir stolz auf die Uni Lüneburg Leuphana: Libeskind höchstselbst hat es der LZ gesagt: Wir sind die besten, wir sind den Studenten in Yale oder London überlegen, weil wir aus so vielen Disziplinen stammen und mit ihm so ein schönes Audimax basteln. Die eierlegende Wollmilchsau wird nicht nur einen Saal für 1200 Besucher enthalten, sondern auch Arbeitsplätze für Studenten, außerdem werden wir das bauliche Kunststück vollbringen, ein Gebäude mit viel Glas und einer durch schräge Wände stark vergrößerten Außenfläche dennoch mehr Energie produzieren zu lassen, als es verbraucht. (Wenn es nicht klappt, bleiben sicher ein paar Euro für ausgleichende Klimaprojekte in der dritten Welt...) Dieses Projekt ist weltweit einmalig und eine "neue Ära der Architektur", jubeln LZ, Liebeskind und Keller einhellig wie größenwahnsinnig. Ein stadtplanerischer, architektonischer Orgasmus sozugagen.

Umweltfreundlich soll nicht nur der Bau werden, der ganze Campus soll autofrei sein. Klimaschutz? Alternative oder gar innovative Ideen zum Personentransport? Möglichst viele Studenten und Beschäftigte dazu bringen, nicht mit dem Auto zur Uni zu fahren? Naja, das nun doch nicht so ganz: Ein Parkhaus soll errichtet werden, das im Gegensatz zum Parkplatz im Winter beheizt ist, also den Energieverbrauch noch weiter steigert. Autofahren soll nur auf dem Campus selber verboten sein, damit niemand mehr von einem Ende zum anderen Ende mit dem Auto fährt... Das scheinen die Leute (glaubt man Keller) pausenlos zu tun - ein echtes Problem, das man dort entdeckt haben will.

Zu den Kosten schweigt man sich weiterhin aus und verweist trotz Modell und großen Tönen auf eine nicht vorhandene Planung. Die grob veranschlagten 100 Mio Euro sind weiterhin realistisch. So ein tolles Teil ist natürlich aus öffentlichen mitteln nicht finanzierbar, weshalb private Geldgeber einspringen müssen. Geht es nicht auch ein wenig bescheidener? Nein, behauptet Keller, die (nicht vorhandene) Planung gehe von gesetzlichen Vorschriften in Niedersachsen aus. Auf deutsch: Keller behauptet frech, der gesetzlich vorgeschriebene Raumbedarf zwinge uns geradezu dazu, dieses gigantische Projekt so und nicht anders zu bauen, was aber gleichzeitig aus öffentlichen Mitteln alleine nicht möglich sei...

Um es mal klar zu sagen: Es wird weiterhin gelogen, verbogen, verdreht und schöngeredet, dass sich die Balken biegen, damit sich das Präsidium ein Denkmal setzen kann. Pseudo-Probleme haben bei uns ganz offensichtlich weiterhin Vorrang vor den Schwierigkeiten in der Lehre.

Dienstag, 26. Juni 2007

Daniel Libeskind zum Leuphana-Gastprofessor berufen

Äußerlich betrachtet eine tolle Sache. Der derzeitige Star der Architektur, Daniel Libeskind, unter anderem mit dem Bau des "Freedom Tower" in New York beschäftigt, lehrt an unserer kleinen Uni. Das war heute der LZ eine Schlagzeile wert und darüber dürfen wir uns, Leuphana hin oder her, ruhig freuen.

Schade, dass die Freude ein wenig getrübt ist durch die Art und Weise seiner Berufung. Der normale Weg ist, dass Bedarf für eine Professur festgestellt wird. Dann entscheidet der Senat über eine Ausschreibung, die dann anhand sachlicher Kriterien der beste Bewerber gewinnen würde. Eine solche Ausschreibung würde Daniel Libeskind ziemlich sicher gewinnen. Das ganz kann man hochschulintern als demokratischen Prozess unter Einbeziehung der Statusgruppen begreifen.

So ist es leider nicht gelaufen. Der Senat konnte sich nicht zu einer Berufung durchringen. In Folge dessen haben Stiftungsrat und Landesregierung Grünes Licht von oben gegeben. Die Berufung Libeskinds wurde nicht demokratisch sondern autoritär entschieden.

Unterstrichen wird der Imagegewinn, den Libeskind der Universität Leuphana bringt. Das ist aber nur die eine Seite. Das Audimax müsste als Multimillionen-Projekt öffentlich ausgeschrieben werden. Ausnahme ist eine so genannte "In-House"-Vergabe, bei der Projekte ohne Ausschreibung an die eigenen Beschäftigten gegeben werden können. Und ein solcher ist Daniel Libeskind ja nun. Das Audimax kommt also, und zwar ohne Ausschreibung und so wie Spoun und Keller es sich wünschen, im Zweifel also mit Hotel und Tiefgarage auf Kosten von Biotop und Vamos.

Freitag, 22. Juni 2007

(Noch) Keine Mehrheit für Libeskind

Die Senatssitzung am vergangenen Mittwoch behandelte u.a. den TOP "Berufung einer nebenberuflichen Professur für Architekturentwurf". Im Mai hatte das Präsidium eine externe Berufungskommision nach §26(3) NHG zusammengestellt, in welcher die Statusgruppen der Universtität kein Stimmrecht haben. Die Kommission tagte dann unter größtmöglicher Umgehung der Hochschulöffentlichkeit und fernab der Universtität am 3. Juni im Ritz-Carlton in Wolfsburg. Höchstwahrscheinlich hat sie bereits eine konkrete Personalie, nämlich Daniel Libeskind, vorgeschlagen, worüber der Senat nun unter Ausschluss der Öffentlichkeit abzustimmen hatte. Der ganze Vorgang ist derart merkwürdig, dass sich der AStA und die studentischen Senatoren einer öffentlichen Anfrage veranlasst sah.

Der Berufung Libeskinds steht die Hochschulöffentlichkeit sehr ambivalent gegenüber. Einerseits wäre es ziemlich "sexy", den Architektur-Star an der Universität Leuphana zu wissen, wo er auch gleich das geplante Audimax gestalten könnte. Andererseits ist er ein Spezi unseres Vizepräsidenten Holm Keller, was der ganzen Angelegenheit ein Geschmäckle nach Vetternwirtschaft und Postenschacherei gibt, besonders wenn man betrachtet, unter welchen dubiosen Umständen diese Berufung vorbereitet wird. Erlaubt sein muss auch die Frage nach dem Sinn einer Professur für Architekturentwurf vor dem Hintergrund von Stellenstreichungen in der BWL und den Sozialwissenschaften und den vielen vakanten Professuren, die weiterhin unbesetzt bleiben. Die Schaffung einer solchen Professur ist unserer Meinung nach keine adäquate Antwort auf die Forderungen der Studierenden nach einer besseren Lehre.

Diese Ambivalenz zeigt sich auch im (geheimen aber durchgesickerten) Ergebnis der Senatsabstimmung von 5:5 Stimmen ohne Enthaltung. Dieses Ergebnis kann nur zustande kommen, wenn die Professoren alleine ohne den übrigen Senat abgestimmt haben. Das geschieht üblicherweise, wenn der Senat als ganzer zuvor schon zu keinem klaren Abstimmungsergbnis kam. Libeskind ist also in mehreren Abstimmungen hintereinander durchgefallen. Es heißt, dass vor allem die Vertreter der ehemaligen FH für ihn gestimmt haben.

Daniel Libeskind bleibt also vorerst in New York. Ein letztes Wort war diese Abstimmung allerdings nicht.

Donnerstag, 21. Juni 2007

Was steckt hinter der Holm Keller GmbH?

Holm Keller ist Vizepräsident für Universitäts- und Organisationsentwicklung, Personal, Haushalt und zentrale Verwaltung, also sozusagen so etwas ähnliches wie ein Kanzler und wurde auch als solcher bezeichnet. Frühere Stationen seiner Tätigkeit waren McKinsey und Bertelsmann, seine primäre Aufgaben liefen immer wieder auf Organisation und Networking hinaus. Auch hier arbeitet er so, wie die Fälle "Scholz & Friends" und "Libeskind" zeigen. Das nennt man gelegentlich auch "Vetternwirtschaft". Ob Holm Keller seinen ehemaligen Arbeitgebern und deren neoliberalen asozialen Zielen noch verpflichtet ist, können wir nicht beweisen. Wer McKinsey und die Bertelsmann-Stiftung/CHE kennt, ahnt, dass vieles dafür spricht.

So ein Posten als "Quasi-Kanzler" mit derart vielen Zuständigkeiten sollte eigentlich ein Vollzeit-Job sein, der wenig Raum für anderes lässt, besonders für einen Kulturmanager, der wenig Kompetenzen im Hochschulbereich hat. Trotzdem findet Holm Keller Zeit für allerlei Nebenjobs u.a. als Essayist oder Mitglied verschiedener Vorstände, Stiftungen und Netzwerke oder auch als Dramaturg in Berlin.

Als sei das nicht genug, hat er noch eine GmbH gegründet, die "Holm Keller GmbH", Leinpfad 82, 22299 Hamburg, HR B 99808 Hamburg. Eingetragen ist sie für die Branchen Marketingservice, Veranstaltungsservice, Marketing, Events, Entwicklung, Produktion, Vertrieb. Sie wurde im November 2006 und ist seit dem 18.01.2007 am Amtsgericht Hamburg eingetragen.

Diese Unternehmung sind also keine "alte Verpflichtung" sondern ein neues Projekt, das offenbar viel mit der Leuphana und Kellers Wirken in der Hochschulpolitik zu tun hat. Gerüchten zufolge könnte es sich um die Gestaltung, Produktion und den Vertrieb von Lehrmitteln an Hochschulen handeln.

Wurde hier wieder der Bock zum Gärtner gemacht?

Dienstag, 5. Juni 2007

Leuphana-Semester als Oberstufen-Ersatz

Die Universtität Leuphana wird von allen Seiten mit Lob überschüttet. Das hat heute die LZ nochmal nett zusammengefasst. Unter anderem hat sich das Leuphana-College beim "Forum Bildung" der SPD zusammen mit zwei anderen Bildungseinrichtungen vorgestellt. Die Abschlussrede hielt SPD-Vorsitzender Kurt Beck. Was er genau dort für eine Rede gehalten hat, steht freilich nicht dabei, Hauptsache Dr. Spoun sonnt sich in Prominenz. Weniger prominente Teilnehmer dieser Veranstaltung äußerten allerdings sehr heftige Kritik (entsprechende Aussagen liegen uns vor).

Ein wichtiges Problem sei, dass das Abitur die Bewerber nicht mehr genügend aufs Studium vorbereite. Dies wird als Grund genannt für das Leuphana-Semester, Komplementärstudium usw. An und für sich ist das ein sehr lobenswerter Gedanke, die Frage ist nur, wie sich das mit der verkürzten Studiendauer des Bachelor vereinbaren lässt. Die Antwort ist wohl: Gar nicht. Großes Vorbild USA: In Stanford würden die ersten 4 Semester aus allgemeinbildenden Studieninhalten bestehen, wobei aber unterschlagen wird, dass es dort ein Abitur wie in Deutschland gar nicht gibt und die Lerninhalte eines College ungefähr mit der hiesigen Oberstufe vergleichbar sind. Vor dem Hintergrund ist auch interessant, dass viele Länder mittlerweile die 13. Klasse zum Abi abgeschafft haben.

Zurück zur Frage: Was wäre der richtige Weg, künftig Abiturienten sicher durchs Studium zu bringen? a) Das Abitur und die Oberstufie reformieren? b) dafür sorgen, dass in den einzelnen Studiengängen anfangs das konkret für diesen Studiengang notwendige Grundlagenwissen vermittelt wird? Oder c) von den ohnehin schon sehr kurzen 6 Semestern noch ein Semester abknapsen und dieses fast so unspezifisch gestalten wie die bisherige Oberstufe?

Das Präsidium hat sich für c) entschieden, nennt das ganze "Leuphana-Semester", verwendet altbekannte Rezepte wie das altbekannte und vormals mehrfach gescheiterte Einführungssemester und verkauft uns das ganze auch noch als "Innovation" (lat. für Neuerung).

Sonntag, 3. Juni 2007

Holm Keller gibt wieder Interviews

Nach vergangenen Entgleisungen gibt Holm Keller mal wieder ein Interview, diesmal dem Unicum. Neues steht da freilich kaum drin. Unicum fragt nach dem Ursprung des Namens "Leuphana" und Holm Keller erhebt ihn zum Symbol der Neuausrichtung ganz so, als habe es die Kritik der letzten Monate überhaupt nicht gegeben. Und im Kasten daneben wird wieder auf Ptolemäus bezug genommen, obwohl längst bekannt ist, dass die Zuordnung Leuphana-Lüneburg einfach nur Unfug ist.

Spannender wird es, wenn Holm Keller (wohl zu recht) den bisherigen Bachelor kritisiert. Der sei keine ausreichende Ausbildung für den Berufseinstieg. Eine Aussage, die unsere Bachelor-Absolventen am besten gleich in ihre Bewerbungsmappen heften. Holm Keller will mit 40 Unternehmen gesprochen haben, was die sich so wünschen. Eine wahrhaft repräsentative Stichprobe.

Logische Konsequenz wäre eigentlich, den Leuphana-Bachelor stark an wirtschaftlichen Interessen auszurichten, was darauf hinausliefe, Fachleute auszubilden. Speziell für die ehemaligen FH-Studiengänge wäre das sehr sinnvoll. Auf der anderen Seite steht aber die Kritik am "Fachidiotentum", das durch ein Schmalspurstudium entsteht. Deshalb gibt es im Leuphana-Bachelor nun Leuphana-Semester, Major, Minor und das Komplementärstudium. All das in nur sechs Semestern natürlich inklusive Praktika.

Wird also die Fachausbildung noch oberflächlicher? Oder wird sie vertieft, wobei vom Studieren "in die Breite" doch nichts übrig bleibt? Welche dieser beiden Fragen man auch bejaht, in der anderen Frage werden wir belogen. Es sei denn, wir lassen eine dritte Frage zu: Oder wird man für ein adäquates Studium doch viel mehr als 6 Semester brauchen, sodass ein solches Studium nur noch für Überflieger und Elitestudenten interessant und relevant sein dürfte? Darauf deutet ja vieles hin...
Unicum: Sie sagten vorhin, dass der Bachelor bei Arbeitgebern nicht besonders viel zählt. Aber wie wollen Sie gewährleisten, dass der Leuphana- Bachelor in dieser Hinsicht eine Ausnahme ist?

Holm Keller: Mit Sicherheit sagen können wir das auch nicht. Wir glauben indes zu verstehen, was Arbeitgeber wollen, und haben unseren Studiengang dementsprechend ausgerichtet. Aber es geht uns ja nicht nur um die Erwartungen möglicher Arbeitgeber. Wir wollen unseren Studierenden interessante Erfahrungen, Verantwortungsbewusstsein und einen gewissen Stolz mitgeben. Und die Resonanz, die der Leuphana-Bachelor bisher von den vielen studentischen Mitarbeitern unseres Teams bekommen hat, ist sehr positiv.
Ignoranter geht es wohl nicht mehr... Das komplette Interview kann hier nachgelesen werden.

Mittwoch, 30. Mai 2007

StuPa spielt nicht mit

Vor kurzem bot das Präsidium dem studentischen Parlament an, es mit "öffentlichen und nicht öffentlichen" Informationen aus den Gremien zu versorgen, wenn sich das StuPa im Gegenzug verpflichtet, geheime Informationen vertraulich zu behandeln. Offenbar handelt es sich um eine Reaktion Sascha Spouns und Holm Kellers auf die immer gleiche Kritik der Geheimniskrämerei, bei der die Hochschulöffentlichkeit jedesmal wieder überrumpelt und vor vollendete Tatsachen gestellt wird - und zwar längst nicht nur die Studierenden.

Dem hat das StuPa eine klare Absage erteilt und deutlich gemacht, dass es jede Informationen, die ihm vorliegt, auch veröffentlichen wird. Würde das StuPa dieses "Angebot" annehmen, würde es in einen Loyalitätskonflikt geraten gegenüber den Studierenden, die es gewählt hat, auf der einen und dem Präsidium auf der anderen Seite. Außerdem ist ja keinesfalls klar, welche Informationen das StuPa bekäme und welche nicht. Alles in allem ein ziemlich unseriöses Angebot, das kein gutes Licht auf das Präsidium wirft. Welches übrigens nun behaupten kann: Kommunizieren wollen wir doch, nur das StuPa spiele nicht mit...

Dienstag, 29. Mai 2007

Festakt zur Rahmenvereinbarung

Der Festakt zur Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung (inkl. Audimax) zwischen Uni, Stadt und Kreis findet am Mittwoch, den 30.5.07, um 18.00 in der Mensa Campus Scharnhorststraße statt. Stadtrat, Kreistag und Uni-Senat treffen sich zur festlichen Zusammenkunft inkl. informellen Gesprächen.

Die Hochschulöffentlichkeit ist nicht ausgeschlossen.

Mittwoch, 23. Mai 2007

Vamos auf der Abschussliste

Während der Kreistag wie erwartet mit einer großen Koalition für Sascha Spouns Audimax-Pläne stimmt (Bedenken hatten nur Grüne und Linkspartei), spricht Holm Keller eine merkwürdige Drohung gegen die Vamos-Betreiber aus. Die wollten auf die Aufforderung zum Abriss nicht eingehen. Gespräche verweigerten sie nicht, vielmehr hatten sie eine Reihe von Fragen, die geklärt werden sollten, bevor man über den Nutzungsvertrag verhandeln könne. Trotzdem äußerte Holm Keller: Das Angebot an den Vamos-Betreiber Campus e.V., die Kulturhalle abzureißen und an anderer Stelle neu zu errichten,
...gibt es nicht mehr. (...) Wir hatten zum Ausdruck gebracht, dass wir uns eine Verlegung vorstellen können. Aus der Antwort, der Form und der Art ergibt sich für uns, dass Campus an einer solchen Vereinbarung nicht interessiert ist. (...) Alles, was wir in Richtung eines möglichen Audiamx tun, ist nur ein Ausloten des Möglichkeitsraumes. Es ist noch kein einziger Beschluss gefallen. Beschlüsse werden erst in der zweiten Jahreshälfte getroffen. (...) Vielleicht wird man bei Campus eines Tages zu dem Ergebnis kommen, dass man mit der Ablehnung unseres Angebots eine Chance verpasst hat.
Ich kann mir nicht helfen, aber das klingt wie ein trotziges "Dann eben nicht, wirst schon sehen was Du davon hast." Und wie eine Drohung, was auch tags darauf eine Leserbriefschreiberin in der LZ so empfand. Gesichert sind die Verträge zwischen Vamos und Uni ja bis 2014, allerdings bemüht sich das Präsidium schon, diese Verträge noch einmal genau zu überprüfen. Und spätestens 2014 könnte das Vamos dann ersatzlos geschlossen werden. Bisher weigert sich das Präsidium jedenfalls, dem Vamos zu bestätigen, dass sein Bestand in der jetzigen Form gesichert sei.

Vamos also endgültig auf der Abschussliste. Warten wir ab, ob es sich dieses "Gerücht" entwickelt wie jene um Webseite, Uni-Name, Neuausrichtung und Audimax-Planung...

P.S.: Bemerkenswert auch die Aussage "Es ist noch kein einziger Beschluss gefallen" - was war denn das nun vorgestern im Kreistag?

Freitag, 18. Mai 2007

Öffentliche Kreisttagssitzung am Montag 21.05.

In der Ritterakademie in Lüneburg findet am Montag um 14.00 eine öffentliche Kreisstagssitzung mit Bürgerfragestunde statt. TOP ist unter anderem die Rahmenvereinbarung zum Bau des Audimax. Weitere Informationen finden sich hier. Interessante Kleinigkeit am Rande: Der Senat der Universität Leuphana hat die Rahmenvereinbarung durchaus nur mit äußerst knapper Mehrheit verabschiedet, nämlich 9 zu 6 zu 3 Stimmen.

Mittwoch, 16. Mai 2007

Auswahlverfahren: Wir backen uns eine Elite

Das neue Auswahlverfahren erzeugt breiten Unmut, der nur deshalb nicht überschwappt, weil es die jetzt Studierenden nicht mehr betrifft. Andere Stimmen finden es gar nicht schlecht und fragen: "Warum sollen Studienplätze nicht nach der Qualität der Bewerber vergeben werden?" Darauf wollen wir gerne antworten.

Von Qualität kann ich nur angesichts einer Ware sprechen. Dem Menschen wird ein Wert zugewiesen. Dieser Wert bemisst sich sich nach seiner Fähigkeit, im System bzw. zu funktionieren und Spitzenleistungen zu erbringen. Wir halten diese Sicht für inhuman. Dass die Universität Leuphana sich auf ihrer Webseite als "humanistisch" bezeichnet, ist vor diesem Hintergrund nur noch zynisch.

Sascha Spoun bezeichnet Bildung als Privileg. Privilegien werden gewährt und sind kein Recht, das jeder Bürger hat. Privilegien sind immer etwas, von dem die nicht Privilegierten bewusst ausgeschlossen werden sollen. Wenn der Hochschulzugang zum Privileg umgewidmet wird, wird der Ungleichheit in der Gesellschaft Vorschub geleistet. Auf diese Weise erzeugt man eine Unterschicht bzw. eine Elite. Das dahinterstehende Weltbild ist aristrokratisch und antidemokratisch. Das steht in völligem Widerspruch zu den von den Vereinten Nationen deklarieten Menschenrechten:
Art. 26: (...) Der Hochschulunterricht muß allen gleichermaßen entsprechend ihren Fähigkeiten offenstehen.
Natürlich können nicht alle studieren. Für viele Menschen wäre ein Studium auch eine Zumutung und Überforderung. Für andere ist es ein Lebenstraum. Unsere Großeltern und Eltern haben enorme Anstrengungen unternommen, um nachfolgenden Generationen ein Studium zu ermöglichen, das zuvor nur einer kleinen Elite offenstand. Der gesellschaftliche Fortschritt, der erzielt wurde, wird nun gedankenlos wieder zerstört. Und das in Zeiten, in denen allgemein beklagt wird, dass es in Deutschland zu wenige Akademiker gibt.

Besonderes Augenmerkt gilt für die Aussage "entsprechend ihrer Fähigkeiten". Zur Feststellung der Studierfähigkeit gibt es die Allgemeine Hochschulreife oder die fachgebundene Hochschulreife. Wo nicht alle Studierenden zugelassen werden können, werden die besten anhand des Numerus Clausus ausgewählt. Der NC mag für viele Einzelschicksale unfair sein. Kann das ein Argument dafür sein, ihn durch etwas noch unfaireres zu ersetzen? In einigen Studiengängen hat man das erkannt: So wird für angehende Mediziner ein besonderer Test verlangt, während man Kunst, Musik und Design sogar ganz ohne Abitur studieren kann, aber das nötige Talent nachweisen muss. Nichts spricht dagegen, für konkrete Studiengänge bestimmte Auswahlkriterien einzuführen.

ABER: An der Universität Leuphana gelten die Kriterien nicht fachgebunden für einzelne Studiengänge sondern (mit kleinen Ausnahmen) für das ganze College. Das Hauptkriterium ist die Abitnurnote, es bleibt also im Kern bei einem NC, welcher durch Nebenkriterien ergänzt wird. Von den 13 Kritierien beziehen sich ganze 4 auf die Studierfähigkeit: Studienrelevanter Auslandsaufenthalt, Preisträger bei Jugend forscht, Begabtenstipendium, Fremdsprachenkenntnisse. Von diesen ist zumindest der Auslandsaufenthalt noch mit Vorsicht zu genießen, weil sich sehr viele Abiturienten eine solche Reise finanziell gar nicht leisten können. Denkt einfach mal zurück an Eure Oberstufenzeit: Wie hoch war der Anteil der Schüler, die z.B. Austauschjahr im Ausland gemacht haben? Wie hoch der Anteil der Schüler, deren Eltern das nicht bezahlten konnten?

Damit sind wir beim zweiten Auswahlkriterium, der sozialen Selektion. Allzu früh Vorstandsmitglied eines Unternehmens dürfte vor allem derjenige werden, dessen Eltern ein solches Unternehmen gehört. Alles andere sind extrem seltene Ausnahmen. Und zur Gründung eines eigenen Unternehmens genügt es eben nicht, dass ein begnatetes Programmiertalent eine kleine Firma gründet; ein Handelsregistereintrag soll es sein! Woher nimmt man das für eine GmbH nötige Eigenkapital von 25000 €? Die Teilnahme an Wettbewerben wie "Jugend forscht" oder eine sportliche Karriere bis in die Olympia-Mannschaft ist ebenfalls stark erschwert, wenn dem Elternhaus der finanzielle Hintergrund fehlt. Profisportler können in den wenigsten Sportarten von ihrem Sport leben, von ganz wenigen Spitzensportlern abgesehen. Eine politische Karriere in einem Parlament dürfte sozial schwachen Schülern äußerst schwierig fallen, da die hierfür notwendigen Seilschaften meist nur in Familien der sozialen Oberschicht zur Verfügung stehen. Von den 13 Kritierien dienen also 8 direkt oder indirekt der sozialen Auslese. Dabei ist noch nicht mitgerechnet, dass Kinder aus bildungsfernen Schichten es bei gleicher Intelligenz wesentlich schwerer haben, z.B. an ein Stipendium der Begabtenförderung zu kommen oder besondere Fremdsprachenkenntnisse zu erlangen. Auch solche Kriterien sind typisch für wohl siturierte Elternhäuser. Eigentlich sind es also fast alle Kritierien, die sozial schwache Bewerber abdrängen.

Besonders honoriert werden soll soziales Engagement. Ist das wirklich so? Bonuspunkte erhält, wer ein freiwilliges soziales/ökologisches/kulturelles Jahr absolviert, wer Schulsprecher war oder im Stadtradt/Landtag/Bundestag saß. Sicher, ein "freiwilliges Jahr" oder eine Schulsprechertätigkeit stehen auch sozial schwachen offen. Was ist mit einem Bewerber, der seine Angehörigen zuhause pflegt, sich im Tierheim engagiert, Zivildienst in einem Pflegeheim gemacht hat, eigene Kinder in die Welt gesetzt hat, sich in der (Kommunal-)politik jenseits der Parlamente (z.B. in den ganzen Beiräten) engagiert, die Schülerzeitung mit gestaltet hat, als Aufseher in Jungendferienlagern mitgeholfen hat, sich im kirchlichen Bereich, dem Roten Kreuz, Feuerwehr, Rotary Club oder einer Partei engagiert hat oder bei Greenpeace, BUND, Attac usw. usw. usw? Diese Liste ließe sich noch sehr weit verlängern. Die Auswahl der Bonuspunkte zeigt unserer Meinung nach, dass es dem Präsidium/Senat eben nicht darum geht, gesellschaftliches Engagement zu honorieren, sondern nur Engagement in Bereichen, die üblicherweise nur einer sozialen Oberschicht offenstehen.

Bevorzugt wird, wer vor dem Studium eine Ausbildung absolviert hat. Das ist das einzige Kriterium, das sozial schwache Bewerber fördert, weil viele wegen der knappen Finanzlage der Eltern zunächst auf ein Studium verzichten. Hauptschüler bekommen heute oft nur noch unter schwierigsten Bedingungen einen Ausbildungsplatz. Selbst Realschüler haben große Schwierigkeiten, da in vielen Berufen nur noch Abiturienten genommen werden. Diese Abiturienten verschärfen also die Lage auf dem Arbeitsmarkt für weniger qualifizierte, wenn sie nach ihrer Ausbildung sowieso studieren gehen. Selbstverständlich wollen wir niemanden die persönliche Entscheidung, zunächst eine Ausbildung zu machen, vorwerfen. Die Entwicklung sollte aber nicht noch durch die Vergabe von Bonuspunkten verstärkt werden.

Fassen wir zusammen:
  • Von 13 Nebenkriterien dienen nur 4 der Feststellung der Studierfähigkeit
  • Mindestens 8 Kriterien dienen der sozialen Ausgrenzung
  • 3 weitere Kriterien wirken ebenfalls in bildungsfernen Schichten sozial ausgrenzend
  • 11 Kriterien unterstützen Bewerber aus der sozialen Oberschicht, trotz schlechtem Abi einen Studienplatz zu ergattern
  • Nur 1 Kriterium fördert sozial Schwache, nicht ohne den Konkurrenzkampf auf dem Arbeitsmarkt zu verschärfen
Die besten kommen durch. Alle anderen müssen einen Test vor Ort machen. Das halten wir für eine völlig unangemessene Entwertung des Abiturs. Bei diesen Test zählt die Fähigkeit, Leistung unter Druck zu erbringen (Schriftlicher Test). Ein solcher Test sagt wenig über die tatsächliche Intelligenz aus, z.B. weil manche Menschen langsamer aber dafür gründlicher denken als andere. Außerdem finden persönliche Auswahlgespräche statt. Optimisten hoffen, dass sie dazu dienen, Bewerber reinzulotsen, die unverdient schlecht abgeschnitten haben. Pessimisten sehen darin nur einen Test auf Stallgeruch. Es gibt zahllose Studien, die die Wirkungslosigkeit solcher Gespräche belegen. Getestet werden im Grunde Auftreten und Eloquenz und Gesinnung.

Man stelle sich vor, alle Universitäten würden so verfahren und Du hast ein mittelmäßiges Abi ohne besonderes "Highlights": Du müsstest dich sicherheitshalber an 5-10 Hochschulen bewerben. Alle diese Hochschulen wollen 30 € Eintritt. Außerdem brauchst Du eine Fahrkahrte (zwischen 0 und 150 € je nach Entfernung) und ggf. zwei Übernachtungen in einer Jugendherberge (40 €). 5 Bewerbungen an Hochschulen würden demnach außer sehr viel Zeit 1500 € kosten. Wir bezweifeln, dass beispielsweise die Arbeitsagentur diese Kosten für Kinder von Hartz-IV-Empfängern übernimmt.

Was genau ist eigentlich der Sinn dieses Auswahlverfahrens? Wenn jeder, der Abitur hat, studieren kann, können sich die Unternehmen ihre Bewerber doch aussuchen: Nach Studiengang, Lebenslauf, Engagement ...und Universität! Der einzige plausible Grund ist, dass die Uni sich als Eliteanstalt profilieren möchte. Gesucht wird angepasstes McKinseyfutter, aber keine eigenwilligen Querdenker und Kreative, vor allem keine "Normalos". Bevorzugt werden Bewerber aus sozial hochgestellten Familien.

Wir befürchten, dass das keine Kandidaten sind, die hier in Lüneburg interessante Dinge auf die Beine stellen, vielleicht später bleiben und die städtische Kultur bereichern, sondern vor allem welche, die sich mit Hochdruck in ihr Studium stürzen, um anschließend für die internationale Konzernkarriere wieder aus der Stadt zu verschwinden. Die Universität Lüneburg und die Stadt Lüneburg werden nicht mehr dieselbe sein, wenn erst einmal ein paar Jahre mit dieser Auswahl ins Land gegangen sind...

Selbst wem das alles egal ist, wen die sozialen und moralischen Dimensionen einer solchen Auslese nicht nicht stören, sollte sich streng ökonomisch fragen: Können wir uns eine derartige Ausgrenzung von Talenten erlauben?

Montag, 14. Mai 2007

Wir sind immer nur dagegen - eine Bestandsaufnahme

In Kommentaren wird uns oder dem AStA vorgeworfen, dass wir keine konstruktive Kritik üben und immer nur "dagegen" seien, alles schlecht reden würden. Dem wollen wir mit einer kleinen Bestandsaufnahme begegnen.

1. Kultur und Hochschulleben

Wir sind der Meinung, dass Studierende keine Unternehmer sein sollten, Studiengänge nicht dem freien Spiel des Marktes ausgeliefert werden dürfen. Das Studium ist eine Phase der Selbstfindung, der der Studierende auch anderen Aktivitäten nachgehen sollten. Überflieger, die jetzt und im Berufsleben eine 60-Stundenwoche wollen, können das haben. Niemand verwehrt ihnen, schneller zu studieren. Wenn die Reformen (Bachelor, Aufnahmetest, befürchtete Studiengangschließungen) dazu führen, dass die Universität Leuphana eine Art Eliteschule wird, an der kein Platz mehr für "normale Menschen" ist, dann sind wir dagegen. Anzeichen, die in diese Richtung deuten, und Äußerungen des Präsdiums kritisieren wir dementsprechend.

2. Forschung und Lehre

Die Uni Lüneburg ist ein eher schwacher Forschungsstandort. Das Präsdium versucht, die Forschung zu stärken. Dahinter stehen wir ausdrücklich und loben ein entsprechendes Engagement. In der Lehre gibt es derzeit extreme Engpässe. Speziell in einigen Studiengängen der Alt-Uni sieht es katastrophal aus. Die Einsparmaßnahmen der Uni-Leitung haben die Probleme noch verschärft. Das kritisieren wir heftig. Wenn Neueinstellungen in der nächsten Zeit zu Entspannung führen und mindestens das Niveau von 2005 wieder erreicht wird (was eigentlich nicht ausreicht), werden wir unsere Kritik selbstverständlich einstellen. Bisher gibt es erfreuliche Pläne, aber auch Grund zur Skepsis: Einige Sparmaßnahmen deuten auf den Versuch hin, bestimmte Studiengänge kaputt zu sparen. Wir wären selber froh, wenn sich das als Unsinn herausstellt. Anders Beispiel: Das Lephana-Semester. Finden manche toll, andere fragen sich, wie man denn sein Fachstudium in nur noch 5 Semestern eigentlich schaffen soll. Dürfen wir diese Meinung nicht publizieren, ohne dass Schlechtmacherei vorgeworfen wird?

3. Teilzeitstudium

Nach Angriffen von allen Seiten (67-Stundenwoche für Studierende, Neben dem Studium kein Privatleben/Job/Kindererziehung) hat das Präsidium einen Entwurf zum Teilzeitstudium vorgestellt, nach dem langsamer studiert wird und nur ein anteiliger Betrag der Studiengebühren zu zahlen ist. Dass diese Regelung nicht Bafög-kompatibel ist, ist nicht Schuld des Präsidiums. Wir begrüßen das Teilzeitstudium ohne wenn und aber. DasPräsidium spricht von "individuellen Lebensentwürfen" und hat sich somit von früheren Äußerungen distanziert.

4. Audimax

Wir halten ein Audimax für überdimensioniert. Es wird enorme Mittel verschlingen. Zunächst sollte die Uni-Leitung alles daran setzen, die Lehre zu verbessern. Dass das Audimax den Uni-Haushalt nicht belasten wird, ist Augenwischerei. Selbstverständlich darf es nicht aus Studiengebühren finanziert werden oder aus Posten, die für die Lehre reserviert sind. Nichtsdestotrotz kann man Geldbeträge problemlos innerhalb des Haushaltes über mehrere Posten verschieben und die Lehre sehr wohl belasten, ohne dass dies formal geschieht. Bereits die Nicht-Entlastung der Lehre wäre schon ein Skandal. Die kommunizierte schlechte Finanzlage und die Audimax-Pläne passen in der Außenwirkung nicht zusammen. Ein Vamos-Abriss würde direkt und indirekt der Lüneburger Kultur einen erheblichen Schaden zufügen. Ein Hotel hat direkt auf dem Campus nichts verloren, der Campus ist für die Uni da. Und kostenloser Parkraum durch wahrscheinlich kostenpflichtige Tiefgaragenplätze zu ersetzen, ist ebenfalls kaum im Sinne der Studierenden.

5. Webseite, Logo, Name

Wir haben zwar keine empirische Erhebung, aber wenn man sich auf dem Campus umhört (auch am Volgershall und im Roten Feld) stößt die neue Außendarstellung auf breite Ablehnung. Der Name Leuphana hat nichts mit Lüneburg oder der Uni zu tun. Er steht daher nur noch für eines: Sascha Spoun und Holm Keller. Das Logo empfinden ausgesprochen viele Studierende als unangenehm, es wirkt esoterisch und unseriös ("Das sieht ja aus wie Scientology"). Die neue Webseite, egal ob kostenlos oder nicht, ist noch unübersichtlicher als im vorherigen Zustand. Bestimmte Daten zu finden, ist noch schwieriger geworden. Solange das nicht behoben wird: Fehlinvestition. Die Texte und Bilder der neuen Webseite sind sehr dünn an Information und enthalten viel Marketing-Deutsch. Die Webseite entspricht mehr einen Imageprospekt, wirkt zusehr wie "Werbung", vermindert Transparenz anstatt sie zu erhöhen und ist einer öffentlichen Institution wie dieser nicht würdig.

6. Gerüchteküche

Einerseits sind wir natürlich Teil der Gerüchteküche, andererseits versuchen wir auch, Gerüchte zu widerlegen, wo wir es können. An der Entstehung dieser Gerüchteküche sind Spoun/Keller ganz vor allem selber schuld. Neuausrichtung, Außenauftritt, Umbenennung, Audimax: Alles mögliche startet zunächst als Gerücht. Dieses Gerücht wird dann meist von Holm Keller oder Sascha Spoun dementiert oder zu mindest abgeschwächt. Wenige Wochen später bewahrheitet sich das Gerücht. Und nicht selten kommt heraus, dass bereits zum Zeitpunkt der Dementis das Gegenteil längst geplant war. Dieses Muster ist bereits mehrfach so abgelaufen. Unter diesen Umständen glauben viele Universitätsangehörige den Äußerungen von Spoun/Keller schlicht nicht mehr. Sie fragen sich, welches Gerücht sich als nächtes bewahrheitet. Wenn dann noch Aufträge und Projekte informell vergeben werden (Libeskind, McKinsey, Scholz & Friends), die Senatssitzung hinter verschlossenen Türen stattfindet und die Senatoren einen Maulkorb erhalten, ist es definitiv kein Wunder, wenn Gerüchte und Verschwörungstheorien ins Kraut schießen und Websteiten wie LeuphaNO! oder "Das weiße Gold" entstehen.

7. Fazit

Wo bleibt das Lob? Gelobt haben wir für das Teilzeitstudium. Viel anderes bleibt nicht übrig, oder sollen wir das Präsidium einfach nur dafür loben, dass es seinen Job macht, wofür es bezahlt wird? Dennoch: Jeder (!) Kritikpunkt, der sich in Zukuft bessert, wird hier postitiv erwähnt werden. Hoffentlich konnten wir mit diesem Text unsere Argumente ein wenig auf die Reihe bringen und unsere Gründe zeigen, denn: Der Sinn dieses Blogs ist Leuphana-Kritik und nicht Spoun-Bashing.

Donnerstag, 10. Mai 2007

Vamos will nicht weichen - Vermessungstrupps schon unterwegs

Der Vorstand des Campus e.V. hat gestern getagt und sieht keinen Grund, den langfristigen Vertrag für das Vamos vorzeitig zu lösen. Kritikpunkte laut Landeszeitung:
  • Die bisherigen Audimax-Pläne sind zu vage und keine ausreichende Grundlage für eine Entscheidung.
  • Es ist mutwillig und fahrlässig, das Vamos als als renommierte Einrichtung zur Disposition zu stellen. Es sollte in den Bauplänen als "gesetzt" betrachtet werden, weil es als Kultur- und Kommunikationszentrum 70.000 Besucher im Jahr anzieht und über den Campus hinaus wirkt.
  • Campus e.V. möchte wissen, inwiefern die offiziellen Gremien der Universität Leuphana über das Keller-Schreiben informiert sind.
  • Der Verein möchte genauer wissen, was im Studierendenzentrum eigentlich geplant ist, da er einige der der angedachten Dienstleistungen bereits bereitsstellt - ohne weitere Kosten für die Uni.
  • Schließlich möchte man wissen, wie das Land Niedersachsen und die Stadt Lüneburg einem aus Steuergeldern finanzierten Abriss gegenüberstehen.
Unterdessen sind die Vermessungstrupps schon auf dem Campus unterwegs und können von den Studierenden täglich beobachtet werden, wie das Foto zeigt.




Wieder fragen wir uns, wie das zu Dr. Spouns "Audimax-noch-weit-weg-und-nichts-entschieden"-Aussagen passt.

Mittwoch, 9. Mai 2007

Abrisspläne: Vamos in Not

Das Vamos sollte nun wirklich nicht unter Neuausrichtung und Audimaxplänen leiden. Darüber herrschte breiter Konsens innerhalb wie außerhalb der Uni. Die Geschäftsführung wähnte sich sicher: Schließlich besteht ein Vertrag bis 2014 und jenseits aller Gerüchte hätte man vom Präsidium noch nichts gegenteiliges gehört. Bis heute.

Da wurde nämlich publik, dass Holm Keller einen Brief an den Campus e.V. geschrieben hat, mit der Aufforderung, den Vertrag für das Vamos vorzeitig zu lösen. Es sei beim Neubau eines Audimax im Wege und solle abgerissen werden. Und zwar dringend, denn davon, ob der Verein grünes Licht gebe, hänge ab, ob die Uni Fördergelder zum Audimaxbau heben könne.

Einmal mehr wird also ein Dementi in sein Gegenteil verkehrt. Einmal mehr versucht das Präsidium, seine Pläne mit Überumpelungstaktik durchzusetzen. Die Vamos-Leitung steht nun unter immensem Druck. An ihrer Entscheidung hängt ein Multimillionen-Euro-Projekt, so wird es jedenfalls suggeriert. Wer möchte in deren Haut stecken? Egal, wie sich Campus e.V. entscheidet, der Verein kann es nur noch falsch machen und entweder als Mitvernichter eines Stücks Lüneburger Uni-Kultur dastehen oder als Audimax-Verhinderer.

Immerhin bietet das Präsidium an, das Vamos neu zu errichten. Hier ist allerhöchste Skepsis angesagt. Nicht nur weil wir wissen, was von Versprechen seitens Sascha Spoun oder Holm Keller zu halten ist. Nicht nur weil wir ahnen, dass dann zunächst der Neubau propagiert, aber dann mit fadenscheiniger Begründung wieder fallengelassen werden könnte, wenn die Strukturen erst einmal zerstört sind. Sondern auch, weil:
  • es fraglich ist, wie Audimax/Stadthalle und Vamos nebeneinander bestehen können.
  • das Vamos vor kurzem erst mit EU-Geldern saniert und ausgebaut worden ist, und nun mit EU-Geldern abgerissen werden soll.
  • die erstgenannten EU-Gelder im Falle eines Abrisses evtl. zurückgezahlt werden müssen, und zwar zu Lasten des Campus e.V.
  • der Campus e.V. den Einnahmen-Ausfall Abriss-/Neubauphase finanziell kaum überstehen kann.
  • und weil das Präsidium den Neubau des Vamos verspricht, obwohl es noch gar nicht weiß, woher das Geld dafür und das Audimax insgesamt kommen soll.
Immerhin spricht ja auch Dr. Spoun immer wieder von den vielen Unsicherheiten und Etappen, die für das Audimax noch genommen werden müssen und wettet einen Kasten Bier, dass das Audimax nicht gebaut wird. Soll Campus e.V. etwa unter solchen Umständen einem Abriss zustimmen?

Was ginge mit dem Vamos verloren? Ein Stück Kultur, das sagt sich so dahin. Die Tanzveranstaltungen haben sich bisher angenehm von den üblichen Discos abgehoben, was Musik und Publikum betrifft. Das Vamos holte sehr interessante Konzerte in die Stadt von Stefan Gwildis über BAP und Torfrock bis Annett Louisan. Wenn das alles gar nicht interessiert: Der Campus e.V. hat immerhin 30 feste Mitarbeiter und bietet 140 Studenten Nebenjobs. Das Vamos subventioniert die kleineren (und durchaus innovativen) Betriebe, die zum Campus e.V. gehören. Campus Copy, Entdecker-Reisen, KonRad, die Cafés Venuto, Neun und Viva, Campus Wohnen und nicht zuletzt Campus Mobil stünden auf der Kippe oder müssten ihre Preise anheben.

Auf den Kahlschlag in der Lehre folgt also nun der kulturelle Kahlschlag? Selbst OB Mägde, Mitunterzeichner der Audimax-Partnerschaft zwischen Stadt und Uni, sagt:
Es muss möglich sein, Audimax und Halle nebeneinander bestehen zu lassen - ohne Abriss.
Und was sagt Holm Keller?
Es gibt noch keine Planung, wir prüfen nur alle Optionen für den Fall eines Baus.
Das ganze sei ein "Optionsraum" der geprüft werde. Abgesehen davon, dass dieses Bullshit-Bingo langsam unerträglich wird: Das klingt ziemlich anders als im Brief an Campus e.V., wo er schreibt, die Entscheidung habe Eilbedürftigkeit, weil sonst öffentliche Mittel nicht fristgerecht abgerufen werden könnten.

Wer sich jetzt die Augen reibt und verwundert feststellt, dass ihm diese Masche doch sehr bekannt vorkommt, muss erkennen: Das Vorgehen von Spoun und Keller hat Methode. Die Maschen sind immer dieselben. Und die Lügen gehören dazu.

Dienstag, 8. Mai 2007

Audimax-Wette: Sascha setzt ne Kiste Bier dagegen

Der AStA hat sich gestern mit Dr. Spoun zusammengesetzt, um die drängendsten Fragen zu klären und eine Gesprächszusammenfassung veröffentlicht. Sie enthält wieder eine Reihe bemerkenswerter Äußerungen des Präsidenten.
Wir berichteten, dass eine ganze Reihe von Dozierenden uns gegenüber angegeben hat, sich nach anderen Universitäten umzuschauen. Herr Spoun antwortete, dass es ein positives Zeichen sei, wenn Dozierende von anderen Unis umworben würden. Das beschriebene Phänomen sei jedoch nicht bekannt.
Eine solche Aussage ist an Nonchalance wohl kaum zu überbieten. Offenbar ist er auch nicht der Ansicht, dass wir zu wenige Professoren haben, denn er tut ja angeblich was.
Die Stelle von Herrn Pries (Geographie), der einem Ruf nach Bremen gefolgt ist, ist weiterhin vorhanden und kann neu besetzt werden und Nachwuchsstellen, die frei werden, werden neu besetzt.
Das klingt zunächst mal gut, dabei wird übersehen, dass es hier um Stellen geht, die in Zukunft wegfallen werden, nicht jedoch um die, die in der Vergangenheit unbesetzt blieben. Diese sollen immerhin mit Juniorprofessoren und Vertretungsstellen teilweise provisorisch besetzt werden. Wie es damit weiterginge, hier wieder echte Professorenstellen zu schaffen, hänge jedoch vom Land Niedersachsen ab. Eine wissenschaftliche Kommission wird die Universität Leuphana besuchen und dabei erarbeiten, welchen Professuren in welcher Reihenfolge und mit welchem Geld neu zu besetzen seien. Das jedoch kann man getrost als Ablenkungsmanöver betrachten, denn in der Ära Donner waren diese Stellen noch besetzt und finanziert und seitdem hat sich von außen wenig am Haushaltsrahmen der Uni geändert. Wenn sich hier was geändert hat, dann trägt dafür allein und auschließlich Sascha Spoun die Verantwortung und keinerlei Landeskommission.
Aus Studiengebühren sollen 7 Juniorprofessoren bestellt werden. Da diese nicht für die grundständige Lehre eingesetzt werde dürfen (laut Gesetz), sollen sie in folgenden Feldern arbeiten: Beratung zu Forschungsmethoden für Magister-/Diplomarbeiten, Karriereforschung (Trainingsmöglichkeiten für Studis) und Social Entrepreneurship (Unternehmertum; Unterstützung von Studiprojekten)
Während der Kern der Lehre in manchem Studiengang wackelt, bekommen wir also als Junior-Professoren lackierte Berater ins Haus! Das erinnert wieder fatal an McKinsey-Denke.
Studentische Hilfskräfte werden nach Herrn Spoun eingestellt, um die Situation in den Studiengängen besser zu erfassen und zu bearbeiten. Es sei u.a. eine Webseite pro Studiengang mit Kontaktdaten der AnsprechpartnerInnen in Arbeit. Darüber hinaus gebe es einige Hilfskräfte für die Webgestaltung. Die Umbenennung und Überarbeitung der Homepage würden einen großen Aufwand verursachen. SHK-Stellen werden momentan nicht ausgeschrieben, sondern an Interessierte vergeben.
Webseiten gab es vorher auch schon. Für jeden Studiengang. Mit Kontaktdaten. Nur das Logo war ein anderes. Dafür werden also unsere Studiengebühren verbraten. Und die Stellen werden nicht ausgeschrieben, sondern mehr oder weniger "unter der Hand" vergeben. Das alles kann ein Spoun einfach so äußern und niemand regt das auf?
...dass es für ein Teilzeitstudium nach aktueller Rechtslage kein BaföG gäbe.
Herr Spoun möchte dies bei seinen Kollegen ansprechen, um nach Möglichkeit eine Initiative zur Änderung des Bundesgesetzes zu starten.
Sollte Dr. Spoun hier wirklich etwas bewegen: Dann Hut ab. Allerdings sind wir skeptisch. So etwas durch die Parlamente zu leiern, dauert Jahre. Ein wunderbares Feld, um guten Willen zu bekunden, ohne dass die Gefahr der Realisation allzu groß würde.
Mc Kinsey-Verbindung zur Uni: (...) Laut Herr Spoun hat es eine Möbelspende gegeben. Außerdem sei ein Doktorand einige Monate von einem Fellowprogramm finanziert worden. Allerdings berät Mc Kinsey die Uni nicht (wörtl. Aussage Spoun), auch nicht kostenfrei.
Na, die Möbelspende zeigt doch schon deutlich, dass irgendwo persönliche Kontakte bestehen müssen. Die Kontakte von Spoun/Keller sind sowieso allgemein bekannt. Da bedarf es weder offizieller noch inoffizieller Beratung. Allein die Beauftragung von Scholz & Friends mit Logo/Webseite spricht Bände.
Wir haben die Informationslage zusammengefasst und nachgehakt, ob Daniel Libeskind als Professor in Lüneburg bestellt ist. Dies ist (noch) nicht geschehen. Im Weiteren sei auf die Rahmenvereinbarung von Stadt, Uni und Landkreis verwiesen, die im Newsarchiv einsehbar ist und bislang die beste Infoquelle ist.
...und in welcher eigentlich so gut wie nichts steht, außer dass die was bauen wollen.
AStA-Sprecher M. Fabian hat mit Herrn Spoun gewettet, dass am Ende ein Audimax auf dem Campus stehen wird. Herr Spoun meinte, dass so etwas ein Prozess vieler kleiner Schritte sei, wo nichts klar wäre – er hielt bei einer Kiste Bier dagegen. Es bleibt also abzuwarten, wer den Einsatz am Ende kassieren wird...
Aber Sascha! Gegen das eigene Projekt wetten, nur weil andere Dir nicht so ganz glauben wollen? Wie wär's denn mal mit ner Aussage gewesen wie "Ich will das Audimax, warum sollte ich dagegen wetten?". So ist es einfach nur schlechter Stil.

Mittwoch, 2. Mai 2007

Sascha und Holm als Imageträger

Sagt mal, wer findet noch alles diese selbstbeweihräuchernde Fotodarstellung unten rechts auf der Leuphana-Seite unerträglich?



  1. Dr. Sascha Spoun
  2. Holm Keller
  3. Model oder Groupie? Frau Dudeck, hauptamtliche Frauen- und Gleichstellungbeauftragte der Uni
  4. Model oder Groupie? Frau Meyer, Geschäftsführerin des Präsidialbüros
  5. Model oder Groupie? Frau Bartels, Präsidialsekretariat
  6. Model oder Groupie? Frau Remdisch, VPin "Transfer/Lebenslanges Lernen"

Montag, 30. April 2007

Standortschließungen stehen weiter im Raum

Im heutigen LZ-Interview findet sich folgende Äußerung zu eventuellen Standortschließungen:
LZ: Zurzeit arbeitet die Leuphana Universität Lüneburg an vier Standorten: Scharnhorststraße, Volgershall, Rotes Feld, Suderburg. Hat das Zukunft?

Spoun: Jeder Standort hat seine Geschichte und seine Stärken. Diese werden wir nicht grundlos aufgeben. In diesem Jahrzehnt werden sie bleiben, was im nächsten ist, darüber sprechen wir 2010.
Was das Thema nicht bis gestern ein Gerücht, das jeder Grundlage entbehrt? Es fängt also langsam wieder von vorne an. Man beachte das Adverb "grundlos". Und "in diesem Jahrzehnt" klingt 2007 ein wenig wie der Gruß "bis nächstes Jahr" kurz vor Silvester.

Anderen "Gerüchten" zu folge, hat Holm Keller die Schließung von Suderburg fest im Visir, will damit aber bis nach der Landtagswahl warten. Und wenn man ihn damit zitieren wolle, würde er das halt dementieren. Wie gewohnt...

Freitag, 20. April 2007

Abbau von Studienplätzen geplant?

LZ vom 20.04.: Im Niedersächsischen Verwaltungsgericht landen die Klagen all derer, die sich in einen Studienplatz einklagen müssen. Solche Fälle werden immer häufiger und Gerichtspräsident Dr. van Nieuwland ist der Auffassung, dass es bei der Vergabe von Studienplätzen nicht mehr gerecht zugeht:
Der Hochschulzugang ist mittlerweile so kompliziert, dass selbst ich es nicht mehr überschaue - ebenso die Bürger auch nicht mehr. Das System ist dermaßen unübersichtlich, weil jede Universität für sich eigene Zugangsvoraussetzungen aufstellt. Es ist nicht mehr zu verstehen.
Genau das aber plant die Landesregierung und genau das setzen Spoun/Keller mit Überzeugung um. Ab dem Wintersemester 2007 müssen sich die Abiturienten an der Universität Leuphana bewerben. Sie müssen Lebensläufe einreichen und bekommen skurrile Bonuspunkte, falls sie beispielsweise schonmal MdL waren. Sie nehmen an einem kleinen Marathon teil, der u.a. ein Auswahlgespräch und einen schriftlichen Test enthalten wird.

Es ist eine Unverschämtheit, ein bestandenes Abitur (auch genannt: allgemeine Hochschulreife) derart herab zu würdigen. Welchen Sinn hat eigentlich die bestandene Abitursprüfung, wenn die Uni vor Ort nochmal nachprüfen möchte? Davon abgesehen bedeuten Aufnahmetests erheblichen Aufwand für die Bewerber. Sie wissen ja nicht ob sie genommen werden und müssen sich gleich an mehreren Hochschulen bewerben und diese dann auch noch reihum bereisen. Die Einführung der Studiengebühren sollte die Studierenden eigentlich zu Kunden und die Uni zum Dienstleister machen: Hier zeigt sich der umgekehrte Geist: Der angehende Student ist Bittsteller, der dann zahlen darf, falls ihm die Gnade der Aufnahme zuteil wird. Bildung für alle sieht anders aus. Apropos Studiengebühren: Auswahlverfahren sind aufwändig und kosten Geld, das in der Lehre fehlen wird.

Aufnahmetests haben eigentlich nur Sinn, wenn die Universität Leuphana plant, nur noch Elitestudenten wohlhabender Eltern anzunehmen, wofür ja Neuausrichtung, Außenauftritt und Dr. Spouns neoliberale Geisteshaltung durchaus sprechen. Das würde aber bedeuten, dass auch die Anzahl der Studierenden sinken wird. Tut sie es? Nochmal Gerichtspräsident Dr. van Nieuwland:
Es ist paradox, dass alle in der Politik von mehr Investitionen in die Bildung reden, aber Studienplätze abgebaut werden.
Genau das planen Spoun/Keller nämlich.
Die Zahl der Studierenden soll, nach einer kurzen Konsolidierungsphase, deutlich wachsen.
sagten sie vor dem Rat der Stadt am 19.04. Ist Geldausgeben für Logos, Webseiten und Audimax zu Lasten der Lehre nicht das Gegenteil von Konsolidieren? Es müssen Zweifel erlaubt sein, was mit einer "kurzen Konsolidierungsphase" eigentlich gemeint ist. Erinnern wir uns: Der Name "Leuphana" war monatelang nur ein "Diskussionbeitrag", obwohl intern längst alles in die Wege geleitet worden war. Das "Audimax" war noch vor einem Monat eine "Überlegung von Gruppierung" ohne Plan und Modell und ist heute schon quasi beschlossene Sache.

Vor diesem Hintergrund fragen wir, wie lange denn eine kurze Konsolidierungsphase so dauert? Und wie stark soll die Zahl der Studierenden sinken? Wir befürchten weiterhin, dass durch die so genannte Konsolidierung einige Studiengänge immer weiter beschnitten werden, bis sie so geschwächt sind, dass es in ein paar Jahren logisch erscheint, sie gänzlich zu streichen. Leuphana auf dem Weg zur Business-School?