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Freitag, 30. November 2007

Audimax schon 2011?

Im Amtsblatt der Europäischen Union wurde jetzt die Planung für das Audimax mit 1200 Sitzplätzen ausgeschrieben. U.A. wird ein Architekt gesucht, der mit seiner Arbeit auf die bisherigen Planungen Daniel Libeskinds aufbauen soll. Der Bau ist mit 59 Mio Euro veranschlagt, wobei die geplanten Nebenbauten (Wohnheim, Studienzentrum, Hotel, zweite Mensa) noch nicht enthalten sind. Sollten Planung und Bau ohne Verzögerung durchgeführt werden, wäre das Audimax 2011 fertig.

Nicht nur zum Audimax sondern allgemein zur Campusentwicklung findet am Dienstag, 4. Dezember um 20 Uhr eine Podiumsdiskussion in Hörsaal 2 statt.

Montag, 26. November 2007

Heißer Leuphana-Herbst

Kurz nach dem Stiftsrat ein weiterer Rücktritt: Heiko Westermann, Präsident des Arbeitgeberverbandes Lüneburg und zugleich Vorsitzender der Universitätsgesellschaft, ist zurückgetreten. Grund: Mangelhafte Kommunikation seitens des neuen Präsidiums...

Wo so viele zurücktreten, liegt es nahe, ganz andere Rücktritte zu fordern. "Du hat die Haare schön" und "Du kannst nach Hause gehn" sangen die angehenden Sozialpädagogen bei der Infoveranstaltung im Roten Feld, weil ihr Studiengang droht, unstudierbar zu werden. Sascha Spoun lächelte tapfer, kam aber kaum zu Wort. Das wiederum regt seine Fans auf, die sich als so genannte "Leuphana Studierendenschaft" organisieren und, wie ihr Name suggeriert, die einzig wahren Leuphana-Studenten sein wollen. Die fragen allen ernstes, wem mit solchen Demonstrationen geholfen sei und stellen damit in alter Spießbürgermanier das Ausüben eines demokratischen Grundrechts in die moralisch zweifelhafte Ecke.

Derweil werfen die gewählten Vertreter der einzig wahren Studierendeschaft (nämlich die Gesamtheit aller Studierenden und keine Teilgruppen) dem Präsidium allerhand vor:
  • Verringerung des Fächerspektrums
  • Wegfall des sozialen und pädagogischen Bereichs
  • Eingriffe in die Freiheit von Forschung und Lehre
  • Schwächung demokratischer Strukturen
  • Zerschlagung der Fakultäten
Näheres kann hier nachgelesen werden. Dr. Spoun ficht das alles nicht an. Wir Kritiker seien ja nur neidisch. Vielleicht aufs Audimax, dessen Vorplanungskosten jetzt immerhin vom Land übernommen werden. 2,6 Mio Euro öffentliche Gelder für Bauplanungen, während allein im Sozialwesen mehrere Professuren fehlen. Oder auf das tolle Leuphana-Semester, bei dessen Start es ein totales Chaos gab (siehe diverse Diskussionen in den myStudy-Foren). Ganz ehrlich: Neidisch sind wir eigentlich nur auf unsere französischen Komilitonen, die wissen, wie man richtig protestiert.

Wie dem auch sei: Bald sind wieder Wahlen. Spoun (ab)wählen geht leider nicht, aber immerhin könnte Ihr Eure Vertretung wählen. Egal ob Ihr die bisherige Arbeit von AStA, StuPa und Senatoren gut fandet oder ob ihr als echte Leuphanten gerne eine "Leuphana-Studierendenschaft" an die Macht bringen wollt: Es stellen sich Kandidaten aller Couleur. Geht wählen!

Dienstag, 2. Oktober 2007

Megalomania

Leute, seien wir stolz auf die Uni Lüneburg Leuphana: Libeskind höchstselbst hat es der LZ gesagt: Wir sind die besten, wir sind den Studenten in Yale oder London überlegen, weil wir aus so vielen Disziplinen stammen und mit ihm so ein schönes Audimax basteln. Die eierlegende Wollmilchsau wird nicht nur einen Saal für 1200 Besucher enthalten, sondern auch Arbeitsplätze für Studenten, außerdem werden wir das bauliche Kunststück vollbringen, ein Gebäude mit viel Glas und einer durch schräge Wände stark vergrößerten Außenfläche dennoch mehr Energie produzieren zu lassen, als es verbraucht. (Wenn es nicht klappt, bleiben sicher ein paar Euro für ausgleichende Klimaprojekte in der dritten Welt...) Dieses Projekt ist weltweit einmalig und eine "neue Ära der Architektur", jubeln LZ, Liebeskind und Keller einhellig wie größenwahnsinnig. Ein stadtplanerischer, architektonischer Orgasmus sozugagen.

Umweltfreundlich soll nicht nur der Bau werden, der ganze Campus soll autofrei sein. Klimaschutz? Alternative oder gar innovative Ideen zum Personentransport? Möglichst viele Studenten und Beschäftigte dazu bringen, nicht mit dem Auto zur Uni zu fahren? Naja, das nun doch nicht so ganz: Ein Parkhaus soll errichtet werden, das im Gegensatz zum Parkplatz im Winter beheizt ist, also den Energieverbrauch noch weiter steigert. Autofahren soll nur auf dem Campus selber verboten sein, damit niemand mehr von einem Ende zum anderen Ende mit dem Auto fährt... Das scheinen die Leute (glaubt man Keller) pausenlos zu tun - ein echtes Problem, das man dort entdeckt haben will.

Zu den Kosten schweigt man sich weiterhin aus und verweist trotz Modell und großen Tönen auf eine nicht vorhandene Planung. Die grob veranschlagten 100 Mio Euro sind weiterhin realistisch. So ein tolles Teil ist natürlich aus öffentlichen mitteln nicht finanzierbar, weshalb private Geldgeber einspringen müssen. Geht es nicht auch ein wenig bescheidener? Nein, behauptet Keller, die (nicht vorhandene) Planung gehe von gesetzlichen Vorschriften in Niedersachsen aus. Auf deutsch: Keller behauptet frech, der gesetzlich vorgeschriebene Raumbedarf zwinge uns geradezu dazu, dieses gigantische Projekt so und nicht anders zu bauen, was aber gleichzeitig aus öffentlichen Mitteln alleine nicht möglich sei...

Um es mal klar zu sagen: Es wird weiterhin gelogen, verbogen, verdreht und schöngeredet, dass sich die Balken biegen, damit sich das Präsidium ein Denkmal setzen kann. Pseudo-Probleme haben bei uns ganz offensichtlich weiterhin Vorrang vor den Schwierigkeiten in der Lehre.

Donnerstag, 28. Juni 2007

Audimax: Meinungsbild zur Ästhetik

Gestern also hat Daniel Libeskind die Entwürfe für das Audimax vorgestellt. Seine "Show" ist sehr gut aufgenommen worden und er halt viel Applaus erhalten. In den Kommentaren findet sich eine recht fundiert klingende Stellungnahme, warum das Audimax inadäquat ist. Die Kurzumfrage im Bekanntenkreis ergab ein ambivalentes Bild. Einige finden den Bau "cool" oder "toll". Andere finden ihn lächerlich und benutzen Begriffe wie "Ufo" oder "Science Fiction". Einer meinte, das sei nur ein zweites jüdisches Museum, eben in Lüneburg statt in Berlin. Auch wenn der Audimax-Entwurf bei weitem nicht so düster und zerrissen wirke, so verwende er doch die gleiche Formensprache: zerrissene Flächen, erdrückende Fassade, expressionistisch-psychotisch wirkende schiefe Winkel. Das sei im Grunde nicht besonders kreativ oder konzeptionell auf Lüneburg und den Campus abgestimmt. Der Bau könnte einerseits ein gewisses Maß an Aggression aber auch Unkonventionalität, Freiheit (der Lehre?) und Ungebundenheit ausdrücken. Andererseits kann man ihn auch als aggressiv, erdrückend und wenig halt gebend empfinden. Ein Wissenschaftsbau solle die schlichte Klarheit von Wissenschaft und Emperie vermitteln. Dieser Entwurf tue das Gegenteil.

Obige Aussagen sind zusammengefasste Zitate aus Gesprächen und aufgeschnappte Gesprächsfetzen. Das Stimmungbild ist (was für ein Wunder!) stark gespalten. Denkt man an die Veranstaltung im Bibliotheksfoyer, scheint der Entwurf ganz überwiegend sehr positiv aufgenommen worden zu sein. Fragt man im Bekanntenkreis herum, ist das Bild ein völlig anderes und die Skeptiker sind weit in der Mehrheit. Dies ist natürlich überhaupt nicht repräsentativ.

Dienstag, 26. Juni 2007

Daniel Libeskind zum Leuphana-Gastprofessor berufen

Äußerlich betrachtet eine tolle Sache. Der derzeitige Star der Architektur, Daniel Libeskind, unter anderem mit dem Bau des "Freedom Tower" in New York beschäftigt, lehrt an unserer kleinen Uni. Das war heute der LZ eine Schlagzeile wert und darüber dürfen wir uns, Leuphana hin oder her, ruhig freuen.

Schade, dass die Freude ein wenig getrübt ist durch die Art und Weise seiner Berufung. Der normale Weg ist, dass Bedarf für eine Professur festgestellt wird. Dann entscheidet der Senat über eine Ausschreibung, die dann anhand sachlicher Kriterien der beste Bewerber gewinnen würde. Eine solche Ausschreibung würde Daniel Libeskind ziemlich sicher gewinnen. Das ganz kann man hochschulintern als demokratischen Prozess unter Einbeziehung der Statusgruppen begreifen.

So ist es leider nicht gelaufen. Der Senat konnte sich nicht zu einer Berufung durchringen. In Folge dessen haben Stiftungsrat und Landesregierung Grünes Licht von oben gegeben. Die Berufung Libeskinds wurde nicht demokratisch sondern autoritär entschieden.

Unterstrichen wird der Imagegewinn, den Libeskind der Universität Leuphana bringt. Das ist aber nur die eine Seite. Das Audimax müsste als Multimillionen-Projekt öffentlich ausgeschrieben werden. Ausnahme ist eine so genannte "In-House"-Vergabe, bei der Projekte ohne Ausschreibung an die eigenen Beschäftigten gegeben werden können. Und ein solcher ist Daniel Libeskind ja nun. Das Audimax kommt also, und zwar ohne Ausschreibung und so wie Spoun und Keller es sich wünschen, im Zweifel also mit Hotel und Tiefgarage auf Kosten von Biotop und Vamos.

Montag, 25. Juni 2007

Libeskindseminar stellt Ergebnisse vor

Das Präsidium der Leuphana Universität Lüneburg lädt Sie herzlich zur öffentlichen Abschlussvorlesung einer Lehrveranstaltung von Daniel Libeskind ein.

"Die Universität in der Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts - architektonische, künstlerische und feldtheoretische Aspekte."

Die Vorlesung findet am Mittwoch, 27. Juni 2007, um 10 Uhr (s.t.) im Bibliotheksfoyer der Leuphana Universität Lüneburg, Campus Scharnhorststraße, statt.



(Übernommen von der AStA-Seite)

Dienstag, 29. Mai 2007

Festakt zur Rahmenvereinbarung

Der Festakt zur Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung (inkl. Audimax) zwischen Uni, Stadt und Kreis findet am Mittwoch, den 30.5.07, um 18.00 in der Mensa Campus Scharnhorststraße statt. Stadtrat, Kreistag und Uni-Senat treffen sich zur festlichen Zusammenkunft inkl. informellen Gesprächen.

Die Hochschulöffentlichkeit ist nicht ausgeschlossen.

Mittwoch, 23. Mai 2007

Vamos auf der Abschussliste

Während der Kreistag wie erwartet mit einer großen Koalition für Sascha Spouns Audimax-Pläne stimmt (Bedenken hatten nur Grüne und Linkspartei), spricht Holm Keller eine merkwürdige Drohung gegen die Vamos-Betreiber aus. Die wollten auf die Aufforderung zum Abriss nicht eingehen. Gespräche verweigerten sie nicht, vielmehr hatten sie eine Reihe von Fragen, die geklärt werden sollten, bevor man über den Nutzungsvertrag verhandeln könne. Trotzdem äußerte Holm Keller: Das Angebot an den Vamos-Betreiber Campus e.V., die Kulturhalle abzureißen und an anderer Stelle neu zu errichten,
...gibt es nicht mehr. (...) Wir hatten zum Ausdruck gebracht, dass wir uns eine Verlegung vorstellen können. Aus der Antwort, der Form und der Art ergibt sich für uns, dass Campus an einer solchen Vereinbarung nicht interessiert ist. (...) Alles, was wir in Richtung eines möglichen Audiamx tun, ist nur ein Ausloten des Möglichkeitsraumes. Es ist noch kein einziger Beschluss gefallen. Beschlüsse werden erst in der zweiten Jahreshälfte getroffen. (...) Vielleicht wird man bei Campus eines Tages zu dem Ergebnis kommen, dass man mit der Ablehnung unseres Angebots eine Chance verpasst hat.
Ich kann mir nicht helfen, aber das klingt wie ein trotziges "Dann eben nicht, wirst schon sehen was Du davon hast." Und wie eine Drohung, was auch tags darauf eine Leserbriefschreiberin in der LZ so empfand. Gesichert sind die Verträge zwischen Vamos und Uni ja bis 2014, allerdings bemüht sich das Präsidium schon, diese Verträge noch einmal genau zu überprüfen. Und spätestens 2014 könnte das Vamos dann ersatzlos geschlossen werden. Bisher weigert sich das Präsidium jedenfalls, dem Vamos zu bestätigen, dass sein Bestand in der jetzigen Form gesichert sei.

Vamos also endgültig auf der Abschussliste. Warten wir ab, ob es sich dieses "Gerücht" entwickelt wie jene um Webseite, Uni-Name, Neuausrichtung und Audimax-Planung...

P.S.: Bemerkenswert auch die Aussage "Es ist noch kein einziger Beschluss gefallen" - was war denn das nun vorgestern im Kreistag?

Freitag, 18. Mai 2007

Öffentliche Kreisttagssitzung am Montag 21.05.

In der Ritterakademie in Lüneburg findet am Montag um 14.00 eine öffentliche Kreisstagssitzung mit Bürgerfragestunde statt. TOP ist unter anderem die Rahmenvereinbarung zum Bau des Audimax. Weitere Informationen finden sich hier. Interessante Kleinigkeit am Rande: Der Senat der Universität Leuphana hat die Rahmenvereinbarung durchaus nur mit äußerst knapper Mehrheit verabschiedet, nämlich 9 zu 6 zu 3 Stimmen.

Montag, 14. Mai 2007

Wir sind immer nur dagegen - eine Bestandsaufnahme

In Kommentaren wird uns oder dem AStA vorgeworfen, dass wir keine konstruktive Kritik üben und immer nur "dagegen" seien, alles schlecht reden würden. Dem wollen wir mit einer kleinen Bestandsaufnahme begegnen.

1. Kultur und Hochschulleben

Wir sind der Meinung, dass Studierende keine Unternehmer sein sollten, Studiengänge nicht dem freien Spiel des Marktes ausgeliefert werden dürfen. Das Studium ist eine Phase der Selbstfindung, der der Studierende auch anderen Aktivitäten nachgehen sollten. Überflieger, die jetzt und im Berufsleben eine 60-Stundenwoche wollen, können das haben. Niemand verwehrt ihnen, schneller zu studieren. Wenn die Reformen (Bachelor, Aufnahmetest, befürchtete Studiengangschließungen) dazu führen, dass die Universität Leuphana eine Art Eliteschule wird, an der kein Platz mehr für "normale Menschen" ist, dann sind wir dagegen. Anzeichen, die in diese Richtung deuten, und Äußerungen des Präsdiums kritisieren wir dementsprechend.

2. Forschung und Lehre

Die Uni Lüneburg ist ein eher schwacher Forschungsstandort. Das Präsdium versucht, die Forschung zu stärken. Dahinter stehen wir ausdrücklich und loben ein entsprechendes Engagement. In der Lehre gibt es derzeit extreme Engpässe. Speziell in einigen Studiengängen der Alt-Uni sieht es katastrophal aus. Die Einsparmaßnahmen der Uni-Leitung haben die Probleme noch verschärft. Das kritisieren wir heftig. Wenn Neueinstellungen in der nächsten Zeit zu Entspannung führen und mindestens das Niveau von 2005 wieder erreicht wird (was eigentlich nicht ausreicht), werden wir unsere Kritik selbstverständlich einstellen. Bisher gibt es erfreuliche Pläne, aber auch Grund zur Skepsis: Einige Sparmaßnahmen deuten auf den Versuch hin, bestimmte Studiengänge kaputt zu sparen. Wir wären selber froh, wenn sich das als Unsinn herausstellt. Anders Beispiel: Das Lephana-Semester. Finden manche toll, andere fragen sich, wie man denn sein Fachstudium in nur noch 5 Semestern eigentlich schaffen soll. Dürfen wir diese Meinung nicht publizieren, ohne dass Schlechtmacherei vorgeworfen wird?

3. Teilzeitstudium

Nach Angriffen von allen Seiten (67-Stundenwoche für Studierende, Neben dem Studium kein Privatleben/Job/Kindererziehung) hat das Präsidium einen Entwurf zum Teilzeitstudium vorgestellt, nach dem langsamer studiert wird und nur ein anteiliger Betrag der Studiengebühren zu zahlen ist. Dass diese Regelung nicht Bafög-kompatibel ist, ist nicht Schuld des Präsidiums. Wir begrüßen das Teilzeitstudium ohne wenn und aber. DasPräsidium spricht von "individuellen Lebensentwürfen" und hat sich somit von früheren Äußerungen distanziert.

4. Audimax

Wir halten ein Audimax für überdimensioniert. Es wird enorme Mittel verschlingen. Zunächst sollte die Uni-Leitung alles daran setzen, die Lehre zu verbessern. Dass das Audimax den Uni-Haushalt nicht belasten wird, ist Augenwischerei. Selbstverständlich darf es nicht aus Studiengebühren finanziert werden oder aus Posten, die für die Lehre reserviert sind. Nichtsdestotrotz kann man Geldbeträge problemlos innerhalb des Haushaltes über mehrere Posten verschieben und die Lehre sehr wohl belasten, ohne dass dies formal geschieht. Bereits die Nicht-Entlastung der Lehre wäre schon ein Skandal. Die kommunizierte schlechte Finanzlage und die Audimax-Pläne passen in der Außenwirkung nicht zusammen. Ein Vamos-Abriss würde direkt und indirekt der Lüneburger Kultur einen erheblichen Schaden zufügen. Ein Hotel hat direkt auf dem Campus nichts verloren, der Campus ist für die Uni da. Und kostenloser Parkraum durch wahrscheinlich kostenpflichtige Tiefgaragenplätze zu ersetzen, ist ebenfalls kaum im Sinne der Studierenden.

5. Webseite, Logo, Name

Wir haben zwar keine empirische Erhebung, aber wenn man sich auf dem Campus umhört (auch am Volgershall und im Roten Feld) stößt die neue Außendarstellung auf breite Ablehnung. Der Name Leuphana hat nichts mit Lüneburg oder der Uni zu tun. Er steht daher nur noch für eines: Sascha Spoun und Holm Keller. Das Logo empfinden ausgesprochen viele Studierende als unangenehm, es wirkt esoterisch und unseriös ("Das sieht ja aus wie Scientology"). Die neue Webseite, egal ob kostenlos oder nicht, ist noch unübersichtlicher als im vorherigen Zustand. Bestimmte Daten zu finden, ist noch schwieriger geworden. Solange das nicht behoben wird: Fehlinvestition. Die Texte und Bilder der neuen Webseite sind sehr dünn an Information und enthalten viel Marketing-Deutsch. Die Webseite entspricht mehr einen Imageprospekt, wirkt zusehr wie "Werbung", vermindert Transparenz anstatt sie zu erhöhen und ist einer öffentlichen Institution wie dieser nicht würdig.

6. Gerüchteküche

Einerseits sind wir natürlich Teil der Gerüchteküche, andererseits versuchen wir auch, Gerüchte zu widerlegen, wo wir es können. An der Entstehung dieser Gerüchteküche sind Spoun/Keller ganz vor allem selber schuld. Neuausrichtung, Außenauftritt, Umbenennung, Audimax: Alles mögliche startet zunächst als Gerücht. Dieses Gerücht wird dann meist von Holm Keller oder Sascha Spoun dementiert oder zu mindest abgeschwächt. Wenige Wochen später bewahrheitet sich das Gerücht. Und nicht selten kommt heraus, dass bereits zum Zeitpunkt der Dementis das Gegenteil längst geplant war. Dieses Muster ist bereits mehrfach so abgelaufen. Unter diesen Umständen glauben viele Universitätsangehörige den Äußerungen von Spoun/Keller schlicht nicht mehr. Sie fragen sich, welches Gerücht sich als nächtes bewahrheitet. Wenn dann noch Aufträge und Projekte informell vergeben werden (Libeskind, McKinsey, Scholz & Friends), die Senatssitzung hinter verschlossenen Türen stattfindet und die Senatoren einen Maulkorb erhalten, ist es definitiv kein Wunder, wenn Gerüchte und Verschwörungstheorien ins Kraut schießen und Websteiten wie LeuphaNO! oder "Das weiße Gold" entstehen.

7. Fazit

Wo bleibt das Lob? Gelobt haben wir für das Teilzeitstudium. Viel anderes bleibt nicht übrig, oder sollen wir das Präsidium einfach nur dafür loben, dass es seinen Job macht, wofür es bezahlt wird? Dennoch: Jeder (!) Kritikpunkt, der sich in Zukuft bessert, wird hier postitiv erwähnt werden. Hoffentlich konnten wir mit diesem Text unsere Argumente ein wenig auf die Reihe bringen und unsere Gründe zeigen, denn: Der Sinn dieses Blogs ist Leuphana-Kritik und nicht Spoun-Bashing.

Donnerstag, 10. Mai 2007

Vamos will nicht weichen - Vermessungstrupps schon unterwegs

Der Vorstand des Campus e.V. hat gestern getagt und sieht keinen Grund, den langfristigen Vertrag für das Vamos vorzeitig zu lösen. Kritikpunkte laut Landeszeitung:
  • Die bisherigen Audimax-Pläne sind zu vage und keine ausreichende Grundlage für eine Entscheidung.
  • Es ist mutwillig und fahrlässig, das Vamos als als renommierte Einrichtung zur Disposition zu stellen. Es sollte in den Bauplänen als "gesetzt" betrachtet werden, weil es als Kultur- und Kommunikationszentrum 70.000 Besucher im Jahr anzieht und über den Campus hinaus wirkt.
  • Campus e.V. möchte wissen, inwiefern die offiziellen Gremien der Universität Leuphana über das Keller-Schreiben informiert sind.
  • Der Verein möchte genauer wissen, was im Studierendenzentrum eigentlich geplant ist, da er einige der der angedachten Dienstleistungen bereits bereitsstellt - ohne weitere Kosten für die Uni.
  • Schließlich möchte man wissen, wie das Land Niedersachsen und die Stadt Lüneburg einem aus Steuergeldern finanzierten Abriss gegenüberstehen.
Unterdessen sind die Vermessungstrupps schon auf dem Campus unterwegs und können von den Studierenden täglich beobachtet werden, wie das Foto zeigt.




Wieder fragen wir uns, wie das zu Dr. Spouns "Audimax-noch-weit-weg-und-nichts-entschieden"-Aussagen passt.

Mittwoch, 9. Mai 2007

Abrisspläne: Vamos in Not

Das Vamos sollte nun wirklich nicht unter Neuausrichtung und Audimaxplänen leiden. Darüber herrschte breiter Konsens innerhalb wie außerhalb der Uni. Die Geschäftsführung wähnte sich sicher: Schließlich besteht ein Vertrag bis 2014 und jenseits aller Gerüchte hätte man vom Präsidium noch nichts gegenteiliges gehört. Bis heute.

Da wurde nämlich publik, dass Holm Keller einen Brief an den Campus e.V. geschrieben hat, mit der Aufforderung, den Vertrag für das Vamos vorzeitig zu lösen. Es sei beim Neubau eines Audimax im Wege und solle abgerissen werden. Und zwar dringend, denn davon, ob der Verein grünes Licht gebe, hänge ab, ob die Uni Fördergelder zum Audimaxbau heben könne.

Einmal mehr wird also ein Dementi in sein Gegenteil verkehrt. Einmal mehr versucht das Präsidium, seine Pläne mit Überumpelungstaktik durchzusetzen. Die Vamos-Leitung steht nun unter immensem Druck. An ihrer Entscheidung hängt ein Multimillionen-Euro-Projekt, so wird es jedenfalls suggeriert. Wer möchte in deren Haut stecken? Egal, wie sich Campus e.V. entscheidet, der Verein kann es nur noch falsch machen und entweder als Mitvernichter eines Stücks Lüneburger Uni-Kultur dastehen oder als Audimax-Verhinderer.

Immerhin bietet das Präsidium an, das Vamos neu zu errichten. Hier ist allerhöchste Skepsis angesagt. Nicht nur weil wir wissen, was von Versprechen seitens Sascha Spoun oder Holm Keller zu halten ist. Nicht nur weil wir ahnen, dass dann zunächst der Neubau propagiert, aber dann mit fadenscheiniger Begründung wieder fallengelassen werden könnte, wenn die Strukturen erst einmal zerstört sind. Sondern auch, weil:
  • es fraglich ist, wie Audimax/Stadthalle und Vamos nebeneinander bestehen können.
  • das Vamos vor kurzem erst mit EU-Geldern saniert und ausgebaut worden ist, und nun mit EU-Geldern abgerissen werden soll.
  • die erstgenannten EU-Gelder im Falle eines Abrisses evtl. zurückgezahlt werden müssen, und zwar zu Lasten des Campus e.V.
  • der Campus e.V. den Einnahmen-Ausfall Abriss-/Neubauphase finanziell kaum überstehen kann.
  • und weil das Präsidium den Neubau des Vamos verspricht, obwohl es noch gar nicht weiß, woher das Geld dafür und das Audimax insgesamt kommen soll.
Immerhin spricht ja auch Dr. Spoun immer wieder von den vielen Unsicherheiten und Etappen, die für das Audimax noch genommen werden müssen und wettet einen Kasten Bier, dass das Audimax nicht gebaut wird. Soll Campus e.V. etwa unter solchen Umständen einem Abriss zustimmen?

Was ginge mit dem Vamos verloren? Ein Stück Kultur, das sagt sich so dahin. Die Tanzveranstaltungen haben sich bisher angenehm von den üblichen Discos abgehoben, was Musik und Publikum betrifft. Das Vamos holte sehr interessante Konzerte in die Stadt von Stefan Gwildis über BAP und Torfrock bis Annett Louisan. Wenn das alles gar nicht interessiert: Der Campus e.V. hat immerhin 30 feste Mitarbeiter und bietet 140 Studenten Nebenjobs. Das Vamos subventioniert die kleineren (und durchaus innovativen) Betriebe, die zum Campus e.V. gehören. Campus Copy, Entdecker-Reisen, KonRad, die Cafés Venuto, Neun und Viva, Campus Wohnen und nicht zuletzt Campus Mobil stünden auf der Kippe oder müssten ihre Preise anheben.

Auf den Kahlschlag in der Lehre folgt also nun der kulturelle Kahlschlag? Selbst OB Mägde, Mitunterzeichner der Audimax-Partnerschaft zwischen Stadt und Uni, sagt:
Es muss möglich sein, Audimax und Halle nebeneinander bestehen zu lassen - ohne Abriss.
Und was sagt Holm Keller?
Es gibt noch keine Planung, wir prüfen nur alle Optionen für den Fall eines Baus.
Das ganze sei ein "Optionsraum" der geprüft werde. Abgesehen davon, dass dieses Bullshit-Bingo langsam unerträglich wird: Das klingt ziemlich anders als im Brief an Campus e.V., wo er schreibt, die Entscheidung habe Eilbedürftigkeit, weil sonst öffentliche Mittel nicht fristgerecht abgerufen werden könnten.

Wer sich jetzt die Augen reibt und verwundert feststellt, dass ihm diese Masche doch sehr bekannt vorkommt, muss erkennen: Das Vorgehen von Spoun und Keller hat Methode. Die Maschen sind immer dieselben. Und die Lügen gehören dazu.

Dienstag, 8. Mai 2007

Audimax-Wette: Sascha setzt ne Kiste Bier dagegen

Der AStA hat sich gestern mit Dr. Spoun zusammengesetzt, um die drängendsten Fragen zu klären und eine Gesprächszusammenfassung veröffentlicht. Sie enthält wieder eine Reihe bemerkenswerter Äußerungen des Präsidenten.
Wir berichteten, dass eine ganze Reihe von Dozierenden uns gegenüber angegeben hat, sich nach anderen Universitäten umzuschauen. Herr Spoun antwortete, dass es ein positives Zeichen sei, wenn Dozierende von anderen Unis umworben würden. Das beschriebene Phänomen sei jedoch nicht bekannt.
Eine solche Aussage ist an Nonchalance wohl kaum zu überbieten. Offenbar ist er auch nicht der Ansicht, dass wir zu wenige Professoren haben, denn er tut ja angeblich was.
Die Stelle von Herrn Pries (Geographie), der einem Ruf nach Bremen gefolgt ist, ist weiterhin vorhanden und kann neu besetzt werden und Nachwuchsstellen, die frei werden, werden neu besetzt.
Das klingt zunächst mal gut, dabei wird übersehen, dass es hier um Stellen geht, die in Zukunft wegfallen werden, nicht jedoch um die, die in der Vergangenheit unbesetzt blieben. Diese sollen immerhin mit Juniorprofessoren und Vertretungsstellen teilweise provisorisch besetzt werden. Wie es damit weiterginge, hier wieder echte Professorenstellen zu schaffen, hänge jedoch vom Land Niedersachsen ab. Eine wissenschaftliche Kommission wird die Universität Leuphana besuchen und dabei erarbeiten, welchen Professuren in welcher Reihenfolge und mit welchem Geld neu zu besetzen seien. Das jedoch kann man getrost als Ablenkungsmanöver betrachten, denn in der Ära Donner waren diese Stellen noch besetzt und finanziert und seitdem hat sich von außen wenig am Haushaltsrahmen der Uni geändert. Wenn sich hier was geändert hat, dann trägt dafür allein und auschließlich Sascha Spoun die Verantwortung und keinerlei Landeskommission.
Aus Studiengebühren sollen 7 Juniorprofessoren bestellt werden. Da diese nicht für die grundständige Lehre eingesetzt werde dürfen (laut Gesetz), sollen sie in folgenden Feldern arbeiten: Beratung zu Forschungsmethoden für Magister-/Diplomarbeiten, Karriereforschung (Trainingsmöglichkeiten für Studis) und Social Entrepreneurship (Unternehmertum; Unterstützung von Studiprojekten)
Während der Kern der Lehre in manchem Studiengang wackelt, bekommen wir also als Junior-Professoren lackierte Berater ins Haus! Das erinnert wieder fatal an McKinsey-Denke.
Studentische Hilfskräfte werden nach Herrn Spoun eingestellt, um die Situation in den Studiengängen besser zu erfassen und zu bearbeiten. Es sei u.a. eine Webseite pro Studiengang mit Kontaktdaten der AnsprechpartnerInnen in Arbeit. Darüber hinaus gebe es einige Hilfskräfte für die Webgestaltung. Die Umbenennung und Überarbeitung der Homepage würden einen großen Aufwand verursachen. SHK-Stellen werden momentan nicht ausgeschrieben, sondern an Interessierte vergeben.
Webseiten gab es vorher auch schon. Für jeden Studiengang. Mit Kontaktdaten. Nur das Logo war ein anderes. Dafür werden also unsere Studiengebühren verbraten. Und die Stellen werden nicht ausgeschrieben, sondern mehr oder weniger "unter der Hand" vergeben. Das alles kann ein Spoun einfach so äußern und niemand regt das auf?
...dass es für ein Teilzeitstudium nach aktueller Rechtslage kein BaföG gäbe.
Herr Spoun möchte dies bei seinen Kollegen ansprechen, um nach Möglichkeit eine Initiative zur Änderung des Bundesgesetzes zu starten.
Sollte Dr. Spoun hier wirklich etwas bewegen: Dann Hut ab. Allerdings sind wir skeptisch. So etwas durch die Parlamente zu leiern, dauert Jahre. Ein wunderbares Feld, um guten Willen zu bekunden, ohne dass die Gefahr der Realisation allzu groß würde.
Mc Kinsey-Verbindung zur Uni: (...) Laut Herr Spoun hat es eine Möbelspende gegeben. Außerdem sei ein Doktorand einige Monate von einem Fellowprogramm finanziert worden. Allerdings berät Mc Kinsey die Uni nicht (wörtl. Aussage Spoun), auch nicht kostenfrei.
Na, die Möbelspende zeigt doch schon deutlich, dass irgendwo persönliche Kontakte bestehen müssen. Die Kontakte von Spoun/Keller sind sowieso allgemein bekannt. Da bedarf es weder offizieller noch inoffizieller Beratung. Allein die Beauftragung von Scholz & Friends mit Logo/Webseite spricht Bände.
Wir haben die Informationslage zusammengefasst und nachgehakt, ob Daniel Libeskind als Professor in Lüneburg bestellt ist. Dies ist (noch) nicht geschehen. Im Weiteren sei auf die Rahmenvereinbarung von Stadt, Uni und Landkreis verwiesen, die im Newsarchiv einsehbar ist und bislang die beste Infoquelle ist.
...und in welcher eigentlich so gut wie nichts steht, außer dass die was bauen wollen.
AStA-Sprecher M. Fabian hat mit Herrn Spoun gewettet, dass am Ende ein Audimax auf dem Campus stehen wird. Herr Spoun meinte, dass so etwas ein Prozess vieler kleiner Schritte sei, wo nichts klar wäre – er hielt bei einer Kiste Bier dagegen. Es bleibt also abzuwarten, wer den Einsatz am Ende kassieren wird...
Aber Sascha! Gegen das eigene Projekt wetten, nur weil andere Dir nicht so ganz glauben wollen? Wie wär's denn mal mit ner Aussage gewesen wie "Ich will das Audimax, warum sollte ich dagegen wetten?". So ist es einfach nur schlechter Stil.

Samstag, 21. April 2007

Mini-Skandal bei Audimax-Abstimmung

In einer heutigen Rundmail hat der studentische Senator Caspar Heybl ein kleines Problem mit einer Diskrepanz zwischen dem, was der Senat zum Audimax beschloss und dem, was der Stadt zur Abstimmung vorgelegt wurde:
Denn nach den Informationen, die mir vorliegen, ist die Beschlußvorlage des Stadtrates in einigen kleinen, aber entscheidenden Punkten unterschiedlich zu der im Uni-Senat besprochenen. Wo in den zwei (nicht hochschulöffentlichen!! ) Sitzungen des akademischen Unisenates noch stand "das Konzept würde" und "Es verbände", hieß es gestern im Stadtrat wohl "das Konzept wird" und "Es verbindet", um zwei kleine aber feine Beispiele zu nennen.
Wieder eine dieser Kleinigkeiten mit Geschmäckle. Neuigkeiten zum Audimax hat er auch: Ansonsten kann er nur die gängigen Gerüchte kommentieren. Interna ausplaudern darf er leider nicht, was in unseren Augen ebenfalls ein kleiner Skandal ist:
Gerüchtehalber irgendwo zwischen/auf/neben/über Gebäude 16 - Gebäude 13 - Vamos!, zwischen 60 und 110 Millionen teuer, Unterhaltskosten trägt die Uni, das ganze inklusive Forschungszentrum, Tiefgarage und Weltkulturerbe, wahlweise mit Hubschrauberlandeplatz auf dem dazugehörigem Hotel, oder so ähnlich.
Da guckt ihr, was?
Da würde dann das Biotop für draufgehen. Was soll auch das Grünzeug mitten auf dem Campus... Und Caspar stört sich an an dem, was wir seit Start dieses Blogs beklagen:
Was bislang nicht offiziell auf dem Campus besprochen wurde, ist nun ein beschlossener Plan.
Also der Übergang von Gerücht zur beschlossenen Sache ohne jeden Zwischenschritt. Durchstechereien und mangelnde Transparenz:
Allerdings gab es nicht allzuviel Möglichkeit für uns studentische SenatorInnen, die Studierendenschaft zu informieren. Die erste Sitzung war ja von Anfang an als nichtöffentlich angelegt, das machte es gwissermaßen "etwas" schwieriger, irgendeine Art von Feedback einzuholen. Auch jetzt weiß ich nicht, ob/was/wann/warum und wo innerhalb der Uni diskutiert wird, bevor die Bagger anrücken. "Es sind ja Optionsräume, keine Baumaßnahme beschlossen worden". Aber die nun entstehende Gerüchteküche ist ja nun auch, so habe ich Spoun verstanden, exemplarisch für das neue Studium, das "den Umgang mit Unsicherheiten" lehren will.
Außerdem gibt es wohl noch mehr Neuigkeiten, was Spoun/Keller alles so planen. Welche das sind:
Das darf ich euch nicht sagen - ist ja alles nichtöffentliche Information...
Soviel noch zur Transparenz...

Freitag, 20. April 2007

Stadt und Universität Leuphana gehen Partnerschaft ein

Strategische Partner, das sind nach der gestrigen Abstimmung im Stadtrat nun Stadt und Uni. Eine Entscheidung im Kreistag steht noch aus. Kern dieser Partnerschaft ist die Errichtung eines Audimax, das gleichzeitig als Stadthalle dienen könnte und auf dem Konzept von Daniel Libeskind basiert. Stadt und Kreis wollen sich an den Kosten finanziell beteiligen. Trotz der großen Mehrheit im Stadtrat gab es durchaus kritische Stimmen (LZ vom 20.04.):
Andreas Meisies (Grüne) standen im Papier zu viele "Selbstverständlichkeiten", zu wenig Inhalte. (...) Birte Schellmann (FDP) zweifelte an der Notwendigkeit, ein Audimax zu bauen. Schon heute stünden die Hörsäle häufig halb leer. Und bereits in der Vergangenheit sei zu oft in Steine und zu selten in Professoren investiert worden. (...) Malte Riechey (Linke) schließlich sagte, auch an der Uni selbst sei angesichts des Tempos Verunsicherung zu spüren, zum Beispiel wenn Studenten vor dem Hintergrund des Professoren-Mangels von einem 80-Millionen-Audimax hören.
Wie gewohnt geht Dr. Spoun mit keiner Silbe auf diese Kritik ein, während OB Mägde schon von Lüneburgs Antwort auf die Elbphilharmonie träumt...

Dienstag, 17. April 2007

Die Audimax-Lüge

Es gibt keinen Bauantrag. Es gibt keinen bestellten Architekten. Es gibt kein Modell. (...) Es gibt verschiedene Gruppierungen, die überlegen, was das ist, was wir hier brauchen.
Das war Holm Kellers öffentliches Dementi zur Frage, ob ein Audiomax geplant sei. Heute steht nun in der LZ:
Die Universität errichtet auf dem Campus Scharnhorststraße ein neues Zentrum (...). Das Konzept hierfür wird von Professor Daniel Libeskind (...) mit seinen Lüneburger Studierenden erstellt. Gemeint ist ein Gebäude, das auch ein Auditorium maximum (...) enthalten soll.
Weiterhin steht dort, dass es das größte öffentliche Gebäude Europas werden soll, das mehr Energie erzeugt, als in ihm verbraucht würde. Das klingt zwar ziemlich spannend, allerdings auch ziemlich groß. Zu groß? Die taz sprach von 100 Mio €, was wohl etwas hoch gegriffen ist. Stadt- und Landkreis wollen sich mit 20 Mio € beteiligen. Woher kommt der Rest? Und vor allem: Wann gibt es dann auch mal Geld für neue Professorenstellen und die Lehre an sich?

Das Audimax ist nun so gut wie beschlossen, nachdem es monatelang dementiert wurde. Ebenso stand der Name Leuphana monatelang nur zur Diskussion, obwohl er intern längst beschlossene Sache war. Weitere Dinge, die derzeit nur den Status eines Gerüchtes haben und dementiert werden:
  • der Umbau zur Elite- und Business-School
  • die Abschaffung bestimmter Studiengänge
  • die Schließung des Standortes Suderburg.
Alles nur Gerüchte? Wann werden auch sie plötzlich beschlossene Sache sein?

Mittwoch, 4. April 2007

Wird Libeskind-Audimax als 100-Mio-Euro-Bau im Mai offiziell vorgestellt?

Das schreibt jedenfalls die taz am 2. April:
An der Lüneburger Universität ist ein neues Audimax im Gespräch: 100 Millionen Euro könnten in die Hand genommen werden, um einen Daniel-Libeskind-Bau zu errichten. (...) "Ich gehe davon aus, dass am 25. Mai Pläne für einen neuen Großbau vorgestellt werden", sagt Ferdinand Müller-Rommel, einer der Vizepräsidenten.
Dabei haben Sascha Spoun und Holm Keller mit allerlei Herumgedruckse noch vor 2 Wochen dementiert. Laut FAZ hingegen steht schon ein Modell in seinem Regal, das es gar nicht geben dürfte. Aber vielleicht wurde er erneut falsch zitiert?

Zum Vergleich: Die Studiengebühren bringen pro Semester weniger als 5 Mio € in die Kasse. Und wir haben nach wie vor Einstellungsstopp aus Geldmangel. Wir sind gespannt, wer als Finanzier aus dem Hut gezaubert wird und fragen uns, warum nicht auch ne Dose Peanuts für die Lehre mit drin sein sollte...

Donnerstag, 29. März 2007

Dem Sascha sein Holm dessen Daniel das Audimax

Auf der Informationsveranstaltung am 20.03. gab Vizepräsident Holm Keller umfassend Antwort auf die Frage, ob ein Audimax geplant sei:
Wir sind weder in der Lage noch in der Position, so etwas zu finanzieren.
Da es keinerlei Finanzierungsmöglichkeiten gibt, könnte man das Thema ruhen lassen und sich wichtigeren Dingen widmen, jedoch weiter:
Wir wissen, dass wir Raummangel haben. Nicht in allen Standorten aber in vielen Standorten. Wir wissen dass Baumittel (...) ein knappes öffentliches Gut sind. Wir sind in einem Prozess, in dem wir überlegen, was wir brauchen und wer ähnliche Interessen wie die Universität Lüneburg hat, sodass man sich zusammentun kann.
Ohne Moos trotzdem was los. Welche gemeinsamen Interessen könnte es geben, die Geld in die Kasse spülen? Ein McKinsey-Lehrstuhl für BWL? Oder einfach doch ein Audimax, das der Stadt Lüneburg zugleich als Stadthalle dient?
Es gibt keinen Bauantrag. Es gibt keinen bestellten Architekten. Es gibt kein Modell.
Was nicht ist, kann ja noch werden. Und weil es das alles noch nicht gibt, fährt ein Studentengrüppchen zu Daniel Libeskind nach New York.
...gleichzeitig einen Wirtschaftsfaktor für die Region zu schaffen.
Was außer einem Audimax wäre denn ein Wirtschaftsfaktor für die Region? Rein baulich gesehen jetzt.
Es gibt verschiedene Gruppierungen, die überlegen, was das ist, was wir hier brauchen.
Oh, das Präsidium stellt keine Überlegungen an, auch kein Ausschuss oder sonstwie gewähltes Gremium tut dies, es sind Gruppierungen. Darf man fragen, welche? Und haben Gruppierungen hier eigentlich was zu sagen?
In der Phase eines solchen Projektes sind wir im Moment. Das ist so. Sie werden keinen einzigen Vertrag finden, den kann es nicht geben. Sie werden keinen einzigen finanzierten Euro finden, den kann es nicht geben.
Gut, wir sind in einer Phase, wo es irgendwie eigentlich (noch) gar nichts gibt, außer Überlegungen von Gruppierungen. Das liest sich dann in der Lünepost so:
Die marode Nordlandhalle (...) wird wohl doch nicht zur Kongress- und Veranstaltungshalle umgebaut. Neuer Favorit ist der Uni-Campus. Dort soll ein Audimax (Riesenhörsaal mit 3000 Plätzen) entstehen, das zugleich als Konzerthalle genutzt werden könnte.

Eine Lüneburger Uni-Gruppe unter Führung von Präsident Prof. Dr. Sascha Spoun ist bereits nach New York zum weltberühmten Architekten Daniel Libeskind geflogen und hat die Pläne erörtert. Libeskind, ein Freund von Spoun und dessen Stellvertreter Holm Keller, hat Mitarbeit beim Projekt Audimax (...) zugesichert.
Und weiter:
"Das Projekt wird aus Hannover sehr wohlwollend begleitet (...)", sagt Althusmann. Er hatte ein Treffen mit den Uni-Chefs Spoun und Keller. "Sie haben mir die Pläne vorgestellt. (...)"
Darf mensch mal fragen: Was für Pläne??? Etwa die Pläne, deren Existenz Keller öffentlich bestreitet, bzw. euphemistisch als Überlegungen von Gruppierungen bezeichnet?
Schon kommende Woche will der Oberbürgermeister dem Verwaltungsausschuss vorschlagen, die Umbaupläne für die Nordlandhalle auf Eis zu legen.
Und das alles ganz ohne Pläne? Äh... mit Pläne? Also mit ohne Pläne?

Um das mal ganz klar zu sagen: Zusammenlegung von Audimax und Nordlandhalle mag eine gute Idee sein, um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, wobei fraglich bleibt, wie jenseits der Nutzung als Stadthalle die Uni ein so großes Gebäude mit studienbezogenen Veranstaltungen füllen will.

Es geht hier weniger um das pro/contra Audimax sondern um die Ungereimtheiten, die wieder den Eindruck entstehen lassen, das Gespann Spoun/Keller plane irgendwelche Neuerungen unter größtmöglicher Umgehung von Gremien und Studenten, ähnlich wie es auch bei der Neuausrichtung und der Umbennung gelaufen ist.

Es geht weiterhin darum, woher die Gelder für eine solche Halle kommen sollen. Spoun/Keller versprechen, dass keine Mittel aus Studiengebühren dafür verwendet und dass keine Gelder aus der Lehre abgezweigt werden. Das ist grober Unfug. Die Tatsache, dass Gelder aus Studiengebühren im Haushalt vorhanden sind, bedeutet auch, dass sie direkt oder indirekt für diese Projekte verwendet werden, ganz einfach weil sie im Haushalt disponabel sind oder andere Gelder disponabel machen. Erst wenn man sämtliche Einnahmen aus Studiengebühren streicht, den gesamten Haushalt aus dem Rest bestreitet und dann immer noch genügend Mittel für Bauten übrig sind, könnte man zurecht behaupten, keine Studiengebühren verwendet zu haben.

Noch größerer Unsinn ist die Zusage, Baumaßnahmen gingen nicht zu Lasten der Lehre. An der Uni herscht Einstellungsstopp. Die Lehre ist unterfinanziert. Keller selbst bezeichnet die Finanzlage als die "schlechteste Deutschlands". Vor diesem Hintergrund gilt: Jeder Euro, der für etwas anderes ausgegeben wird, ist ein Euro zu Lasten der Lehre!

Was ist wichtiger: Dass Vorlesungen künftig überhaupt stattfinden, Arbeiten einigermaßen zügig korrigert werden, Tutorien angeboten werden usw... oder ein Audimax?