Posts mit dem Label Vamos werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Vamos werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 23. Mai 2007

Vamos auf der Abschussliste

Während der Kreistag wie erwartet mit einer großen Koalition für Sascha Spouns Audimax-Pläne stimmt (Bedenken hatten nur Grüne und Linkspartei), spricht Holm Keller eine merkwürdige Drohung gegen die Vamos-Betreiber aus. Die wollten auf die Aufforderung zum Abriss nicht eingehen. Gespräche verweigerten sie nicht, vielmehr hatten sie eine Reihe von Fragen, die geklärt werden sollten, bevor man über den Nutzungsvertrag verhandeln könne. Trotzdem äußerte Holm Keller: Das Angebot an den Vamos-Betreiber Campus e.V., die Kulturhalle abzureißen und an anderer Stelle neu zu errichten,
...gibt es nicht mehr. (...) Wir hatten zum Ausdruck gebracht, dass wir uns eine Verlegung vorstellen können. Aus der Antwort, der Form und der Art ergibt sich für uns, dass Campus an einer solchen Vereinbarung nicht interessiert ist. (...) Alles, was wir in Richtung eines möglichen Audiamx tun, ist nur ein Ausloten des Möglichkeitsraumes. Es ist noch kein einziger Beschluss gefallen. Beschlüsse werden erst in der zweiten Jahreshälfte getroffen. (...) Vielleicht wird man bei Campus eines Tages zu dem Ergebnis kommen, dass man mit der Ablehnung unseres Angebots eine Chance verpasst hat.
Ich kann mir nicht helfen, aber das klingt wie ein trotziges "Dann eben nicht, wirst schon sehen was Du davon hast." Und wie eine Drohung, was auch tags darauf eine Leserbriefschreiberin in der LZ so empfand. Gesichert sind die Verträge zwischen Vamos und Uni ja bis 2014, allerdings bemüht sich das Präsidium schon, diese Verträge noch einmal genau zu überprüfen. Und spätestens 2014 könnte das Vamos dann ersatzlos geschlossen werden. Bisher weigert sich das Präsidium jedenfalls, dem Vamos zu bestätigen, dass sein Bestand in der jetzigen Form gesichert sei.

Vamos also endgültig auf der Abschussliste. Warten wir ab, ob es sich dieses "Gerücht" entwickelt wie jene um Webseite, Uni-Name, Neuausrichtung und Audimax-Planung...

P.S.: Bemerkenswert auch die Aussage "Es ist noch kein einziger Beschluss gefallen" - was war denn das nun vorgestern im Kreistag?

Donnerstag, 10. Mai 2007

Vamos will nicht weichen - Vermessungstrupps schon unterwegs

Der Vorstand des Campus e.V. hat gestern getagt und sieht keinen Grund, den langfristigen Vertrag für das Vamos vorzeitig zu lösen. Kritikpunkte laut Landeszeitung:
  • Die bisherigen Audimax-Pläne sind zu vage und keine ausreichende Grundlage für eine Entscheidung.
  • Es ist mutwillig und fahrlässig, das Vamos als als renommierte Einrichtung zur Disposition zu stellen. Es sollte in den Bauplänen als "gesetzt" betrachtet werden, weil es als Kultur- und Kommunikationszentrum 70.000 Besucher im Jahr anzieht und über den Campus hinaus wirkt.
  • Campus e.V. möchte wissen, inwiefern die offiziellen Gremien der Universität Leuphana über das Keller-Schreiben informiert sind.
  • Der Verein möchte genauer wissen, was im Studierendenzentrum eigentlich geplant ist, da er einige der der angedachten Dienstleistungen bereits bereitsstellt - ohne weitere Kosten für die Uni.
  • Schließlich möchte man wissen, wie das Land Niedersachsen und die Stadt Lüneburg einem aus Steuergeldern finanzierten Abriss gegenüberstehen.
Unterdessen sind die Vermessungstrupps schon auf dem Campus unterwegs und können von den Studierenden täglich beobachtet werden, wie das Foto zeigt.




Wieder fragen wir uns, wie das zu Dr. Spouns "Audimax-noch-weit-weg-und-nichts-entschieden"-Aussagen passt.

Mittwoch, 9. Mai 2007

Abrisspläne: Vamos in Not

Das Vamos sollte nun wirklich nicht unter Neuausrichtung und Audimaxplänen leiden. Darüber herrschte breiter Konsens innerhalb wie außerhalb der Uni. Die Geschäftsführung wähnte sich sicher: Schließlich besteht ein Vertrag bis 2014 und jenseits aller Gerüchte hätte man vom Präsidium noch nichts gegenteiliges gehört. Bis heute.

Da wurde nämlich publik, dass Holm Keller einen Brief an den Campus e.V. geschrieben hat, mit der Aufforderung, den Vertrag für das Vamos vorzeitig zu lösen. Es sei beim Neubau eines Audimax im Wege und solle abgerissen werden. Und zwar dringend, denn davon, ob der Verein grünes Licht gebe, hänge ab, ob die Uni Fördergelder zum Audimaxbau heben könne.

Einmal mehr wird also ein Dementi in sein Gegenteil verkehrt. Einmal mehr versucht das Präsidium, seine Pläne mit Überumpelungstaktik durchzusetzen. Die Vamos-Leitung steht nun unter immensem Druck. An ihrer Entscheidung hängt ein Multimillionen-Euro-Projekt, so wird es jedenfalls suggeriert. Wer möchte in deren Haut stecken? Egal, wie sich Campus e.V. entscheidet, der Verein kann es nur noch falsch machen und entweder als Mitvernichter eines Stücks Lüneburger Uni-Kultur dastehen oder als Audimax-Verhinderer.

Immerhin bietet das Präsidium an, das Vamos neu zu errichten. Hier ist allerhöchste Skepsis angesagt. Nicht nur weil wir wissen, was von Versprechen seitens Sascha Spoun oder Holm Keller zu halten ist. Nicht nur weil wir ahnen, dass dann zunächst der Neubau propagiert, aber dann mit fadenscheiniger Begründung wieder fallengelassen werden könnte, wenn die Strukturen erst einmal zerstört sind. Sondern auch, weil:
  • es fraglich ist, wie Audimax/Stadthalle und Vamos nebeneinander bestehen können.
  • das Vamos vor kurzem erst mit EU-Geldern saniert und ausgebaut worden ist, und nun mit EU-Geldern abgerissen werden soll.
  • die erstgenannten EU-Gelder im Falle eines Abrisses evtl. zurückgezahlt werden müssen, und zwar zu Lasten des Campus e.V.
  • der Campus e.V. den Einnahmen-Ausfall Abriss-/Neubauphase finanziell kaum überstehen kann.
  • und weil das Präsidium den Neubau des Vamos verspricht, obwohl es noch gar nicht weiß, woher das Geld dafür und das Audimax insgesamt kommen soll.
Immerhin spricht ja auch Dr. Spoun immer wieder von den vielen Unsicherheiten und Etappen, die für das Audimax noch genommen werden müssen und wettet einen Kasten Bier, dass das Audimax nicht gebaut wird. Soll Campus e.V. etwa unter solchen Umständen einem Abriss zustimmen?

Was ginge mit dem Vamos verloren? Ein Stück Kultur, das sagt sich so dahin. Die Tanzveranstaltungen haben sich bisher angenehm von den üblichen Discos abgehoben, was Musik und Publikum betrifft. Das Vamos holte sehr interessante Konzerte in die Stadt von Stefan Gwildis über BAP und Torfrock bis Annett Louisan. Wenn das alles gar nicht interessiert: Der Campus e.V. hat immerhin 30 feste Mitarbeiter und bietet 140 Studenten Nebenjobs. Das Vamos subventioniert die kleineren (und durchaus innovativen) Betriebe, die zum Campus e.V. gehören. Campus Copy, Entdecker-Reisen, KonRad, die Cafés Venuto, Neun und Viva, Campus Wohnen und nicht zuletzt Campus Mobil stünden auf der Kippe oder müssten ihre Preise anheben.

Auf den Kahlschlag in der Lehre folgt also nun der kulturelle Kahlschlag? Selbst OB Mägde, Mitunterzeichner der Audimax-Partnerschaft zwischen Stadt und Uni, sagt:
Es muss möglich sein, Audimax und Halle nebeneinander bestehen zu lassen - ohne Abriss.
Und was sagt Holm Keller?
Es gibt noch keine Planung, wir prüfen nur alle Optionen für den Fall eines Baus.
Das ganze sei ein "Optionsraum" der geprüft werde. Abgesehen davon, dass dieses Bullshit-Bingo langsam unerträglich wird: Das klingt ziemlich anders als im Brief an Campus e.V., wo er schreibt, die Entscheidung habe Eilbedürftigkeit, weil sonst öffentliche Mittel nicht fristgerecht abgerufen werden könnten.

Wer sich jetzt die Augen reibt und verwundert feststellt, dass ihm diese Masche doch sehr bekannt vorkommt, muss erkennen: Das Vorgehen von Spoun und Keller hat Methode. Die Maschen sind immer dieselben. Und die Lügen gehören dazu.