Dienstag, 16. Oktober 2007

Gewinnspiel: Sternstunde vor dem Rathaus

In der Startwoche bildeten die Erstsemestler auf dem Rathausmarkt das Logo der Uni, das dann vom Glockenturm fotografiert wurde. Dazu ging am Dienstag obiger Flyer herum, der in Form eines "Gewinnspiels" Aufmerksamkeit wecken wollte. Es wurden hier Bilder aus China, Nord-Korea und eben das Bild vom Rathausmarkt durcheinander neben die Namen der Orte gesetzt und man könnte nun die Bilder mit den Orten mit einem Strich richtig zuordnen. Der Hauptgewinn war das eigene Urteil, das man sich bilden konnte: Werden Werte zur Bildung vermittelt oder diente die Aktion nur der Identifikation mit dem (in diesem Fall: Leuphana-) System?


Sicherlich gibt es einen gewissen Unterschied zwischen den totalitären Systemen in China und Nordkorea. Diese Ideologien stehen in vielen Punkten der Denkweise der Leuphanatiker diametral gegenüber. Das ändert nichts daran, dass die Leuphanasierung ein Versuch zur Uniformität des Denkens ist. Die Ersties sollen sich als Teil einer besonderen Gemeinschaft fühlen. Ihnen soll vom Start weg klar gemacht werden, dass sie nun Teil einer Elite sind.

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Die Tretmühle (5) - Der neue akademische Kalender

Vor einem Jahr hat Dr. Spoun einen Vorschlag gemacht, wie der akademische Kalender neu zu gestalten wäre. Seitdem haben sich AStA und Arbeitsgruppen damit beschäftigt, ohne dass es zu einer Einigung gekommen wäre. Kern des Vorschlages ist es, den Semesterbeginn jeweils um einen Monat vor zu verlegen (was auch einer Empfehlung der Landesregierung entspräche) und zwei Blockphasen ins laufende Semester einzufügen.

Insgesamt soll die Uni Lüneburg Leuphana hinternationalisiert werden. Wie der AStA jedoch wunderbar darlegt, gibt es keinerlei internationalen Standard. Wir können gar nicht mit anderen Ländern konform gehen. Der neue Kalender wäre lediglich eine Angleichung an die Gepflogenheiten der Uni St. Gallen, von der Dr. Spoun zu uns gewechselt ist. Diesem zweifelhaften Vorteil stehen allerlei Nachteile gegenüber:
  • Die vorlesungsfreie Zeit wird durch die Umstellung einmalig um einen Monat verkürzt. Jobber können weniger arbeiten, Eltern sich weniger um ihre Kinder kümmern und alle, die gerade an einer Abschlussarbeit sitzen, rutschen einen Monat früher als gedacht ins Folgesemester - bis auf weiteres mit allen Konsequenzen. Der Aufwand für das Semesterticket steigt enorm, da sich seine Gültigkeitsdauer nicht mehr mit dem Semester deckt und es separat ausgestellt werden muss.
  • Am Ende des Sommersemester liegen ganze drei Monate zwischen dem ersten und dem zweiten Klausurenblock. Drei Monate, in denen viele Studenten urlauben und arbeiten (müssen) anstatt sich mit dem Stoff zu beschäftigen. (Pflicht-)Praktika zu splitten wird unmöglich, die Zeit für Hausarbeiten und Nebenjobs fällt extrem kurz aus.
  • Die Prüfungsphase endet im Wintersemester Ende Januar, während das Sommersemester schon in der 3. Februarwoche beginnen soll. Die vorlesungsfreie Zeit würde im Winter dauerhaft nur 3-4 Wochen lang sein.
  • Die Blockphasen überschneiden sich mit den Ferien. Studierende Eltern müssten ganztags in der Uni anwesend sein, während ihre Kinder Ferien haben, und eine Betreuung für ihre Kinder organisieren und finanzieren, wofür allerdings weniger Studierende als sonst zur Verfügung stünden: Die müssten ja teilweise auch ihre Blockseminare belegen.
  • Die Prüfungswochen überschneiden sich teilweise mit den Blockphasen. Es wird also unmöglich, ein Blockseminar zu belegen, wenn jemand eine Nachholprüfng schreibt. Dadurch gehen für den Studierenden 1-2 Semester (je nach Angebot) verloren, und das vor dem Hintergrund der für die "Leuphanten" sehr strengen Regelungen betreffend Wiederholungsmöglichkeiten, verbindliche Anmeldung und Belegpunkte.
  • Der vorgezogene Semesterbeginn führt dazu, dass Praktikanten sommers in die Firmen gehen, wenn überall noch Urlaub genommen wird und Engpässe herrschen. Damit die Uni rechtzeitig die Immatrikulationsbescheinigungen versenden kann, ist die Anmeldefrist zum 15. Juli wahrscheinlich nicht zu halten, auch vor dem Hintergrund des neu eingeführten Aufnahmetests. Rein rechnerisch müssten also Abiturienten ihre Anmeldung bereits bis zum 15. Juni erledigt haben, oftmals weniger als 4 Wochen nach dem Abi. In dieser Zeit müssen alle Zeugnisse (für den Aufnahmetest) und ggf. Studienkredite beantragt und bewilligt sein.
  • Es wird Schwierigkeiten beim Hochschulwechsel geben. Die meisten Unis in Deutschland starten weiterhin einen Monat später. Allerdings nimmt unseres Wissens die Universität Lüneburg Leuphane derzeit sowieso keine Wechsler auf.
Fazit: Eine Reform mit zweifelhaftem Nutzen und vielen, vielen Nachteilen. Das Sommersemester 2008 jedenfalls wird dieses mal noch im April beginnen. Die Vorlesungen kurioserweise schon am 31. März.

Leuphana-Semster eine Orientierungsphase?

Lieber Leuphant, Du befindest Dich gerade im Leuphana-Semester, das als Orientierungsphase dienen soll. Wieviel Orientierung mag denn dieses Semester bieten? Du lernst wissenschaftliches Arbeiten und mathematische Grundlagen, darfst ein wenig philosophieren und machst ganz wie im McKinsey-Assessment-Center eine Fallstudie im Team. Und ein ganz klitzekleinwenig wirst Du dich auch mit Deinem zukünftigen Studienfach befassen. All das verbindlich, all das Scheine, die Du bestehen musst.

Anschließend weißt aber noch herzlich wenig über Dein Studienfach und so ziemlich gar nicht, wie das Studium die nächsten Semester für Dich aussehen wird oder wie es sich "anfühlen" wird. Das Leuphana-Semester mag Dir allerlei ermöglichen, jedoch keine Orientierung: Weder ob Deine Fachwahl gut war, noch ob Dir das Studium bei uns liegt, weil es sich ganz grundlegend vom Rest des Studiums unterscheidet. Das Leuphana-Semester ist kein wirkliches Orientierungssemester.

Orientierung bietet es hingegen anderen, nämlich der Universität. Die kann schonmal ein Semester lang beobachten, wie Ihr Euch so schlagt und den weniger "geeigneten" die ersten Credit-Points verweigern, auf dass sich der Weg in die Exmatrikulation verkürze.

Montag, 8. Oktober 2007

Leuphana traut sich nicht

Prof. Dr. Wagner ist sauer. Beim CHE-Forschungsranking 2005 hat er noch den zweiten Platz belegt, dieses mal wird er nicht auftauchen, weil die Uni Lüneburg Leuphana nicht daran teilnehmen mag. Wagner wollte es genau wissen, bekam aber nur eine dürftige Antwort: Die Teilnahme falle wegen des Reformprozesses aus. Das sei, so Wagner, als wolle man auf dem Markt ein Produkt anbieten, es aber nicht der Stiftung Warentest zur Verfügung stellen. Und Dr. Spoun gibt mit seiner Entscheidung indirekt zu, dass es hinter der Leuphana-Hochglanz-Fassade sehr an Substanz mangelt. Würde er sonst ein Ranking fürchten?

Samstag, 6. Oktober 2007

AStA-Sprecherin tritt zurück

AStA-Sprecherin Diana Stemmler ist am Freitag zurückgetreten. Als Grund gibt sie in ihrer Rücktrittserklärung an, dass diese Tätigkeit nicht mit dem Workload ihres Bachelor-Studiums vereinbar sei. Die Begründung verwundert niemanden und deckt sich mit der Kritik, die seit längerem über den Bachelor-Workload geäußert wird.